Auf dieser besonderen Norwegen-Kreuzfahrt war unsere Kollegin Angela gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer 5-jährigen Tochter unterwegs. Vom 12. bis 26.09.2025 reiste die Familie mit der Vasco da Gama von Hamburg bis zum Nordkap und wieder zurück. Zwei Wochen lang erwarteten sie eindrucksvolle Fjordlandschaften, charmante Hafenstädte, entspannte Seetage und unvergessliche Erlebnisse an Bord.
Die Route führte unter anderem nach Bergen, auf die Lofoten, nach Honningsvåg am Nordkap, Harstad, Nordfjordeid und Stavanger. Neben beeindruckenden Naturmomenten wie dem Svartisen-Gletscher, dem Tvinnefossen-Wasserfall und sogar Polarlichtern spielte auch das Bordleben eine wichtige Rolle: familienfreundliche Angebote, kulinarische Vielfalt und die persönliche Atmosphäre auf der Vasco da Gama machten diese Reise für sie zu einem ganz besonderen Erlebnis.
In diesem Erfahrungsbericht teilt Angela ihre persönlichen Eindrücke von der Kreuzfahrt mit der Vasco da Gama durch Norwegen.
Die Route: Hamburg/Deutschland über Nacht – Seetag – Norwegen: Bergen – Seetag – Svartisen – Leknes, Lofoten – Seetag – Honningsvåg, Nordkap – Harstad – Seetag – Nordfjordeid – Stavanger – Seetag – Kiel/Deutschland
Unsere Reise führte uns von Hamburg aus entlang der norwegischen Küste bis hinauf zum Nordkap und anschließend wieder südwärts zurück Richtung Deutschland. Die Mischung aus charmanten Hafenstädten, spektakulärer Landschaft, entspannten Seetagen und besonderen Naturerlebnissen machte diese Route zu einer rundum gelungenen Kreuzfahrt.
Die Vasco da Gama im Überblick: Ausstattung, Atmosphäre und erste Eindrücke
Die Vasco da Gama ist ein klassisches Kreuzfahrtschiff mit maritimem Charme und angenehmer Größe. Wer keine ultramoderne, riesige Kreuzfahrtwelt erwartet, sondern eine entspannte Atmosphäre, überschaubare Wege und klassisches Kreuzfahrtflair schätzt, wird sich hier schnell wohlfühlen.
Informationen zum Schiff:
- Tonnage: 55.820 BRT
- Länge / Breite / Tiefgang: 219 m / 31 m / 7,8 m
- Bordsprache: Deutsch, Englisch
- Decks / Passagierdecks: 12
- Passagierkapazität: 1.000 Gäste
- Bauwerft: Fincantieri, Monfalcone (Italien)
- Ursprung: Ursprünglich als Statendam für Holland America Line gebaut
- Stapellauf: April 1992
- Baujahr / Renovierung: 1991–1992 / 2025
- Dresscode an Bord: sportlich-leger tagsüber, gepflegt-elegant am Abend
Schon bei der ersten Erkundung fiel auf, wie schnell man sich auf dem Schiff zurechtfindet. Gerade diese angenehme Überschaubarkeit sorgte dafür, dass wir uns bereits nach kurzer Zeit fast ein wenig zuhause fühlten.
Unsere Kabine – funktional, gemütlich und mit klassischem Kreuzfahrtgefühl
Untergebracht waren wir in einer Außenkabine auf Deck 4, Kabine 4154. Die Außenkabinen auf der Vasco da Gama sind für maximal drei Personen ausgelegt, messen etwa 16 bis 18 m² und verfügen über ein Fenster oder Bullauge sowie eine variable Bettenanordnung mit Doppel- oder Einzelbetten.
Neben dem Bett befinden sich zwei Nachttische mit Schubladen und darüber biegsame Leselampen. Praktisch ist die Kabine insgesamt gut ausgestattet, auch wenn uns ein Punkt im Alltag tatsächlich aufgefallen ist: Es gibt keine Steckdosen direkt am Bett. Die einzigen Steckdosen befinden sich über dem Schreibtisch, was gerade beim Laden von Handy oder Kamera etwas unpraktisch sein kann.
Für Familien besteht die Möglichkeit, zwei Außenkabinen über eine Verbindungstür miteinander zu kombinieren und so mehr Platz zu schaffen. Wir waren allerdings zu dritt in einer Kabine. Für unsere Tochter wurde das ausklappbare Sofa als Bett vorbereitet. Ein kleiner Nachteil dabei: Das Sofabett bleibt während der gesamten Reise ausgeklappt. Dadurch wurde es in der ohnehin nicht allzu großzügigen Kabine zu dritt zeitweise etwas eng.
Insgesamt war unsere Kabine ein gemütlicher Rückzugsort nach langen Landgängen und erlebnisreichen Tagen an Bord.
Einschiffung in Hamburg: So begann unsere Kreuzfahrt mit der Vasco da Gama
Heute war es endlich so weit. Wir konnten endlich zu unserer Norwegen-Kreuzfahrt aufbrechen. Frühmorgens startete unsere Reise am Frankfurter Hauptbahnhof. Der ICE Richtung Hamburg war pünktlich, ruhig und angenehm leer – ein entspannter Beginn für das große Abenteuer: zwei Wochen Norwegen bis zum Nordkap.
Am Hamburger Hauptbahnhof lief alles problemlos, und per Taxi ging es weiter zum Kreuzfahrtterminal Steinwerder. Schon von weitem sahen wir sie liegen: die Vasco da Gama – elegant, klassisch und mit viel maritimem Charme.
Der Check-in war freundlich, effizient und gut organisiert. Unsere Außenkabine auf Deck 4 war bereits fertig, und sogar das Gepäck kam schnell an. Nachdem wir alles ausgepackt und uns eingerichtet hatten, konnte das Abenteuer beginnen.
Kurz darauf stand die obligatorische Sicherheitsübung an. Anschließend nutzten wir die Zeit für eine erste Erkundungstour durchs Schiff. Von der Rezeption bis zum Panoramadeck, vom Fitnessbereich bis zum Pooldeck – überall sammelten wir erste Eindrücke. Auch dank der angenehmen Größe des Schiffes fühlte sich vieles schnell vertraut an.
Unser erstes Essen an Bord genossen wir im Buffet- Restaurant Club Bistro auf Deck 11. In lockerer Atmosphäre mit Blick auf den Hamburger Hafen gab es Salate, warme Speisen und kleine Desserts. Ich entschied mich für eine Suppe und ein Fischgericht.
Als Nachtisch konnte man nicht am charmanten Eiswagen vorbeigehen. Schön nostalgisch aufgemacht, mit einer bunten Auswahl an Eissorten – von klassischen Sorten wie Vanille und Schokolade bis hin zu ausgefallenen Kreationen wie Sanddorn oder Norwegische Blaubeere. Ich probierte eine Kugel Haselnuss – cremig, intensiv, einfach köstlich. In diesem Moment war klar: Dieses Eis würde ab jetzt zum täglichen Ritual gehören. Jeden Tag eine neue Sorte – das war beschlossene Sache.
Nachdem alles verdaut war, wurde erst einmal der Whirlpool auf seine Wärme getestet. Und was soll ich sagen? Die perfekte Temperatur. Die Muskeln entspannten sich, der Stress der Anreise war wie weggeblasen. Der Urlaub hatte offiziell begonnen.
Am Abend folgte direkt ein ganz besonderes Highlight: ein gigantisches Feuerwerk im Rahmen der Hamburg Cruise Days. Vom Oberdeck aus hatten wir einen traumhaften Blick auf das Spektakel über der Elbe. Bunte Lichter, Spiegelungen im Wasser und Schiffshörner ringsum sorgten für einen wirklich magischen Auftakt.
Mit vielen ersten Eindrücken gingen wir schließlich schlafen – gespannt auf alles, was noch vor uns lag.
Hamburg Cruise Days und Auslaufen der Vasco da Gama
Der erste Morgen an Bord begann entspannt, denn die Vasco da Gama lag noch immer im Hamburger Hafen. Nach einer erholsamen Nacht starteten wir mit einem gemütlichen Frühstück im Buffetrestaurant in den Tag.
Die Auswahl war groß: frisches Brot, Brötchen, Croissants, Marmeladen, Aufschnitt, Obst, Müsli und warme Speisen. Dazu ein Kaffee und der Blick auf den langsam erwachenden Hafen – ein gelungener Start.
Danach gingen wir von Bord, denn die Hamburg Cruise Days boten entlang der Hafenpromenade jede Menge Programm. Trotz regnerischem Wetter herrschte eine schöne Stimmung. Zahlreiche Reedereien präsentierten sich entlang der Landungsbrücken mit Informationen, kleinen Souvenirs, Gewinnspielen und Spezialitäten.
Im Anschluss machten wir einen gemütlichen Spaziergang entlang der Landungsbrücken. Der Duft von Fischbrötchen, Möwenrufe über den Köpfen, Barkassen, die lautstark ihre Touren ankündigten – all das machte den Vormittag wunderbar. Es war schön, die Stadt aus dieser Perspektive zu erleben – mit Blick auf die Elbe, vorbei am Alten Elbtunnel, den Museumsschiffen und immer wieder mit der Vasco da Gama im Hintergrund.
Da das Wetter im Laufe des Tages immer regnerischer wurde, entschieden wir uns für einen Besuch im Lego Discovery Center. Zu Fuß ging es dorthin, und der spontane Ausflug war genau das Richtige. Im Center konnten wir selbst kreativ werden: eine eigene Legofigur zusammenstellen, eine Miniatur-Legobahn mit einem Zauberstab steuern und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen. Das war nicht nur für Kinder spannend, sondern hat auch uns Erwachsenen Spaß gemacht – ein verspielter, bunter Kontrast zum maritimen Treiben draußen.
Vorbei an der faszinierenden Speicherstadt ging es dann zurück aufs Schiff. Die beeindruckenden Backsteingebäude, die Kanäle und die besondere Atmosphäre diesem historischen Lagerhauskomplex boten einen perfekten Abschluss für unseren Landgang. Es war ein gemütlicher Spaziergang, bei dem wir noch einmal das Flair Hamburgs aufsogen, bevor wir zurück an Bord gingen.
Zum Abendessen kehrten wir ins Club Bistro zurück. Nach dem aktiven Tag genossen wir die ungezwungene Atmosphäre und eine leckere Auswahl an frisch zubereiteten Speisen. Ich entschied mich für ein zartes Hähnchen mit mediterranem Gemüse – leicht, aber wohlschmeckend. Dazu gab es einen knackigen Salat und zum Abschluss ein kleines Dessert. Das Bistro ist eine großartige Alternative zum formellen Restaurant und lädt zum entspannten Zusammensitzen ein.
Am Abend wurde dann das Auslaufen aus dem Hamburger Hafen gebührend gefeiert: mit einem weiteren beeindruckenden Feuerwerk und einer prächtigen Schiffsparade. Die Vasco da Gama glitt vorbei an der Elbphilharmonie, begleitet von den Lichtern anderer Schiffe und den Spiegelungen auf der Elbe.
Dieses Spektakel erlebten wir ganz gemütlich von Deck 12 im The Dome, einem Lounge-Bereich mit großen Panoramafenstern, der am späteren Abend zum Nachtclub wird. Mit einem Cocktail in der Hand saßen wir bequem in Sesseln und genossen das Schauspiel in entspannter Atmosphäre. So ließ sich der Tag wunderbar stilvoll ausklingen.
Erster Seetag auf der Vasco da Gama: Entspannung, Bordprogramm und Genuss
Nach den aufregenden ersten beiden Tagen mit Anreise und Erkundung der Hamburger Cruise Days stand heute der erste richtige Seetag an.
Der Morgen begann ruhig. Kein Land in Sicht, nur das sanfte Schaukeln des Schiffes und das beruhigende Rauschen der Wellen. Nach dem Frühstück zog es mich zunächst ins Fitnessstudio, das modern ausgestattet ist und mit großen Fenstern einen herrlichen Blick aufs Meer bietet.
An Bord wurde es auch heute nicht langweilig: Das Tagesprogramm bot Workshops, Vorträge, Sportkurse, Filmvorführungen und Live-Musik. So konnte jeder den Tag ganz nach persönlichem Geschmack gestalten.
Das Wetter meinte es gut mit uns. Frische Luft, kein Sturm und ab und zu sogar Sonne – ideale Bedingungen, um eingemummelt mit Decken und einem heißen Kaffee auf dem Sonnendeck am Oasis Pool auf Deck 10 zu sitzen.
Ein Highlight am Nachmittag war der Lektorenvortrag über Bergen, unseren ersten Hafen in Norwegen. Historische Hintergründe, Informationen über Bryggen und viele praktische Tipps für den Landgang machten Lust auf den nächsten Tag.
Vor dem Abendessen schauten wir noch spontan in die Ocean Bar, wo Bingo gespielt wurde – mit viel Gelächter und entspannter Stimmung.
Während wir den Tag entspannt angehen ließen, war unsere Tochter im Kids Club bestens aufgehoben. Die Betreuerinnen war herzlich, aufmerksam und hatten ein großartiges Bastelprogramm vorbereitet.
Mit viel Eifer wurde geschnitten, geklebt, gemalt und gebastelt – kleine Schiffe aus Papier, bunte Perlen- und Hawaiiketten gefädelt und zum Abschluss ausgelassen getanzt.
Den Tag rundeten wir mit einem Abendessen im europäisch-asiatischen À-la-carte-Restaurant Fusion ab. Ein gelungener Mix aus internationaler Raffinesse mit asiatischen Akzenten. Auch unser Kind wurde nicht vergessen: Die Kinderspeisekarte war fantasievoll gestaltet, und die kleine, aber feine Auswahl kam gut an.
Doch das eigentliche Highlight kam unerwartet – und hatte vier Serviettenecken und ein spitzes Näschen. Unser sympathischer Kellner faltete aus einer Serviette in wenigen geübten Handgriffen eine kleine Maus – und ließ sie täuschend echt über seinen Arm springen.
So ging ein rundum gelungener Seetag zu Ende.
Bergen auf eigene Faust entdecken: Bryggen, Fløibanen und Aussicht vom Fløyen
Nach einer erholsamen Nacht wachten wir in Bergen auf – dem ersten Hafen unserer Norwegen-Kreuzfahrt.
Wir starteten den Tag mit einem Spaziergang durch Bryggen, die berühmte bunte Häuserzeile aus Holz, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die kleinen Gassen, Fachwerkfassaden und Läden versprühen einen ganz besonderen Charme und machen die Hansegeschichte der Stadt lebendig.
Anschließend ging es zur Floibanen, der bekannten Standseilbahn, die uns hinauf zum Aussichtspunkt Fløyen brachte. Oben wurden wir mit einem fantastischen Blick über Bergen, die Berge und das Wasser belohnt. Besonders schön war es, die Vasco da Gama von oben zu entdecken.
Der Aussichtspunkt bietet zudem schöne Wanderwege, Spielplätze und viel Natur. Nach einer ausgedehnten Pause entschieden wir uns, den rund drei Kilometer langen Weg zurück ins Stadtzentrum zu laufen. Der Abstieg durch grüne Wälder war wunderschön.
Unten angekommen, gönnten wir uns zur Belohnung eine echte norwegische Zimtschnecke – und damit begann ein kulinarisches Reiseritual, das uns noch einige Tage begleiten sollte.
Am Abend testeten wir das À-la-carte-Restaurant Waterfront Mediterran, wo wir frische Meeresfrüchte, Salate und hausgemachte Pasta genossen. Währenddessen durfte unsere Tochter ins Kino im Kids Club. Mit Popcorn und gemütlichen Sitzsäcken wurde dort ein Kinderfilm gezeigt – eine großartige Möglichkeit, den Tag auf ihre Weise ausklingen zu lassen, während wir Erwachsenen in Ruhe das Dinner genossen.
Seetag auf dem Weg nach Norden: Bordleben auf der Vasco da Gama
Nach den vielen Eindrücken in Bergen freuten wir uns auf einen ruhigeren Tag an Bord. Auch heute hatte das Bordprogramm wieder einiges zu bieten – von Fantasiereisen über Spieletreffs bis hin zu einem Brotbackkurs.
Ein Highlight am Vormittag war der Frühschoppen auf Deck 11. Bei frisch gebackenen Brezeln, Weißwürsten und Live-Musik herrschte eine fröhliche, gesellige Atmosphäre.
Später besuchten wir die Ausflugspräsentation für die kommenden Häfen und drehten noch einige Runden über die offenen Decks. Die frische Seeluft und der freie Blick aufs Meer machten diesen Tag besonders entschleunigt.
Zum Abendessen zog es uns wieder ins Club Bistro, wo wir uns durch indisch inspirierte Gerichte probierten. Danach besuchten wir erstmals die Abendshow in der Hollywood’s Show Lounge – mit Gesang, Tanz und Akrobatik.
Svartisen-Gletscher, Polartaufe und Polarlichter
Heute lag die Vasco da Gama auf Reede – es wurde also getendert. Nach dem Frühstück holten wir uns in der Sports Lounge unsere Tendertickets ab. Regen war angekündigt, doch gut eingepackt ließen wir uns davon nicht abschrecken.
Unser Ziel war der Svartisen-Gletscher, einer der größten Gletscher Norwegens. Ein etwa halbstündiger Spaziergang führte uns durch beeindruckende Natur, vorbei an grasenden Kühen und Schafen, bis wir dem eisblauen Gletscher immer näher kamen. Durch den Regen wirkte die Landschaft fast mystisch.
Am Ufer des Gletschersees entdeckten wir eine kleine, gemütliche Hütte mit einem knisternden Kamin – der perfekte Ort, um sich aufzuwärmen und zu entspannen.
Dort erwartete uns ein leckeres Waffelbuffet, bei dem wir uns mit frisch gebackenen, warmen Waffeln stärken konnten. Der süße Duft und die behagliche Atmosphäre machten die Pause zu einem besonderen Erlebnis nach dem Spaziergang in der frischen, klaren Luft.
Aufgewärmt und gestärkt machten wir uns anschließend auf den Weg, um den Ausflug noch etwas zu verlängern. Vorbei an einem kleinen, charmanten Saunahäuschen führte unser Weg weiter bis zu einer schönen Hängebrücke, die über einen Gebirgsfluss führte.
Am Abend erwartete uns an Bord das nächste Highlight: die Polartaufe mit Neptun. In feierlicher Atmosphäre versammelten sich Gäste und Crew, während der „Herrscher der Meere“ höchstpersönlich erschien, um die mutigen Seefahrer zu taufen, die zum ersten Mal in polare Gewässer einfuhren. Mit viel Humor, alten Seefahrer-Traditionen und einer ordentlichen Portion Spaß wurde die Zeremonie zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Polarlichter auf der Vasco da Gama: Ein magischer Moment an Bord
Danach ging es für uns wieder auf die Kabine. Diesmal legten wir unsere Kleidung extra zurecht, denn für diesen Abend bestand die Möglichkeit Polarlichter am Himmel zu sehen.
Kaum waren wir eingeschlafen, ertönte plötzlich die Lautsprecheransage des Kapitäns direkt in unsere Kabine: Die Polarlichter seien zu sehen! Voller Aufregung sprangen wir aus dem Bett und zogen uns schnell warm an. Draußen auf dem Deck erwartete uns ein spektakuläres Naturschauspiel: grüne und violette Lichter waren ganz leicht zu sehen und spiegelten sich im Meer. Um die Nordlichter besser zu sehen, schaltete der Kapitän die Außenlichter ausnahmsweise für einige Minuten aus. Natürlich wurden fleißig Bilder geschossen, um diesen magischen Moment für immer festzuhalten. Trotz der Kälte konnte man die Begeisterung und das Staunen in allen Gesichtern sehen. Ein absolut magischer Moment – und definitiv eines der größten Highlights der gesamten Reise.
Beeindruckt gingen wir ein weiteres Mal schlafen und waren glücklich somit einen Punkt von unserer „Einmal-im-Leben“-Liste streichen zu können.
Lofoten mit der Vasco da Gama: Panoramafahrt ab Leknes
Eigentlich sollte heute unser nächster Halt Svolvaer auf den Lofoten sein – eine Stadt, auf die wir uns sehr gefreut haben. Doch aufgrund der Wetter-Bedingungen konnte der Hafen leider nicht angelaufen werden. Sicherheit geht vor, und so entschied die Crew, stattdessen den Hafen von Leknes anzufahren. Obwohl die Änderung zunächst etwas enttäuschend war, versuchten wir das Beste daraus zu machen.
Um die Lofoten erkunden zu können, buchten wir uns kurzerhand einen Landausflug über Nicko Cruises und begaben uns am Mittag auf eine Panoramabustour. Es wurden insgesamt drei Halte angefahren. Einer davon war ein spektakulärer Aussichtspunkt, eine weiterer Halt war das kleine malerische Fischerdörfchen Ballstad und zum Abschluss der wunderschöne Haukland Strand. Wir liefen bis an Wasser, wo der feine Sandstrand und das kristallklare, türkisfarbene Meer eine traumhafte Kulisse boten. Die beeindruckende Landschaft luden dazu ein, viele schöne Bilder zu machen. Der Strand machte seinem Spitznamen „die Karibik Norwegens“ alle Ehre. Die Kosten des Ausfluges lagen bei 99 € pro Person, was in Ordnung war, für das, was man geboten bekam.
Zurück am Hafen von Leknes wurden wir wieder von dem außergewöhnlichen Geruch des Stockfisches empfangen. Ein Geruch der typisch für die Lofoten ist und das maritime Leben hier ganz authentisch widerspiegelt.
Nach einem schönen Tag in Leknes stand für uns fest: Das À-la-carte-Restaurant Waterfront musste heute getestet werden. Mit Blick auf das Meer genossen wir ein feines Menü mit frischen Zutaten und einer guten Menüauswahl. Besonders gut schmeckte uns der Lachs mit Kartoffeln, der perfekt zubereitet und aromatisch war.
Hohe Wellen und ein Blick hinter die Kulissen
Die Fahrt Richtung Nordkap begann heute alles andere als gemütlich. Für diesen Seetag waren bis zu fünf Meter hohe Wellen vorhergesagt – und genauso fühlte es sich auch an. Das Frühstück im Waterfront glich stellenweise einer kleinen Schiffschaukelfahrt.
Die Crew reagierte professionell: Auf den Gängen wurden Spucktüten verteilt, und die Gäste wurden gebeten, nicht mit Getränken umherzulaufen und lose Gegenstände sicher zu verstauen.
Am Nachmittag beruhigte sich die See etwas, und damit stand ein besonderes Programmpunkt an: die Besichtigung der Schiffsbrücke. Wir wurden freundlich empfangen, bekamen sogar einen kleinen Begrüßungsdrink und durften dann einen spannenden Blick hinter die Kulissen werfen. Die vielen Bildschirme, Instrumente und Navigationssysteme waren beeindruckend.
Ein besonders schöner Moment war, als unsere Tochter die Kapitänsmütze aufsetzen durfte. Und dann überraschte der Kapitän die Besucher sogar noch mit einem kurzen Gitarrenständchen – ein unerwartet herzlicher Augenblick, der allen in Erinnerung bleiben dürfte.
Die Brückentour kostete nur 9 € pro Person und war damit ein echtes Highlight mit erstaunlich gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Den Abend ließen wir im Club Bistro ausklngen. Wie jedes Mal ging es für mich erstmal an das große Salatbuffet mit einer frischen und bunten Auswahl. Genau das Richtige nach einem Tag auf See. Dazu noch etwas Fisch und danach wurde das ein oder andere Dessert probiert. Die Auswahl ließ keine Wünsche offen- von fruchtigen Kompositionen bis zu kleinen Sünden aus Schokolade war alles dabei.
Ein entspannter Abend, der uns noch einmal zur Ruhe kommen ließ, bevor das nächste große Highlight der Reise bevorstand: das Nordkap.
Nordkap-Ausflug ab Honningsvåg: Ein Höhepunkt der Norwegen-Kreuzfahrt
Heute war es endlich so weit: das Nordkap stand auf dem Programm – und dazu gab es sogar bestes Wetter.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Landausflugstreffpunkt. Gebucht hatten wir den Transfer zum Nordkap für 99 € pro Person. Mit dem Bus ging es hinauf zum berühmten Nordkap-Plateau, wo wir schließlich vor der ikonischen schwarzen Weltkugel standen.
Die Aussicht war atemberaubend, und als wäre das nicht schon genug gewesen, erschien sogar noch ein wunderschöner Regenbogen. Ein wirklich besonderer Moment.
Etwas schade war nur, dass einige Besucher beim Fotografieren mit der Weltkugel ziemlich rücksichtslos agierten. Das trübte die Atmosphäre kurz, konnte den Gesamteindruck aber nicht zerstören.
Im Besucherzentrum sahen wir uns im Souvenirshop um und besuchten auch das kleine Kino mit dem Film über die Region. Auf der Rückfahrt zum Schiff entdeckten wir am Straßenrand sogar noch mehrere Rentiere – ein weiterer Glücksmoment.
Um das schöne Wetter noch zu genießen, setzten wir uns am Nachmittag in ein gemütliches Café direkt am Hafen. Bei einer Tasse Kaffee probierten wir – wie schon an früheren Stationen – erneut die köstlichen norwegischen Zimtschnecken (Kanelboller). Außen leicht karamellisiert, innen weich und zimtig – ein absoluter Traum!
Danach schauten wir noch im liebevoll gestalteten Christmas House vorbei, bevor wir zurück an Bord gingen.
Die Ausfahrt aus Honningsvåg wurde im The Dome von Schiffslektor Wolfgang Pröhl kommentiert – ein stimmungsvoller Abschluss dieses besonderen Tages.
Den Abend ließen wir gemütlich im Alfresco Grill auf dem Lido Deck ausklingen. Wir entschieden uns für Cheeseburger mit Pommes. Der eigens kreierte Burger hatte ein großartiges Detail: das Brötchen war gebrandet mit dem Logo der Vasco da Gama, schmeckte sehr lecker und war sehr saftig. Danach gönnten wir uns noch einen kleinen Absacker in der Lido Bar und gingen dann erschöpft, aber zufrieden mit dem Tag auf die Kabine.
Harstad in Norwegen: Spaziergang zur Trondenes-Kapelle
Nach den Eindrücken des Nordkaps begrüßte uns am nächsten Tag Harstad. Das Schiff legte allerdings erst gegen 13 Uhr an, sodass wir den Morgen ganz entspannt mit Frühstück im Waterfront begannen. Statt des üblichen Buffets entschieden wir uns heute für etwas mehr Ruhe und Komfort. Frisch zubereitete Eierspeisen, duftendes Gebäck, Obst und Kaffee wurden direkt am Platz serviert – ein entspannter Start in den neuen Tag.
Nach dem Anlegen machten wir uns, auf eigene Faust, zu Fuß auf den Weg zu einem besonderen Ziel: der Trondenes-Kapelle, oberhalb der Stadt gelegen. Die Wanderung, mit etwa insgesamt 6 Kilometern, führte uns durch ruhige Wohngebiete, vorbei an grasenden Schafen, herbstlich gefärbten Bäumen und mit immer wieder fantastischen Ausblicken über den Vågsfjord. Leider war die Kapelle geschlossen, dennoch war der Ausflug eine schöne Gelegenheit, die Umgebung aktiv zu erkunden.
Sehr viel mehr hatte Harstad jedoch an einem Sonntagnachmittag leider nicht zu bieten. Alle Geschäfte und Cafés waren geschlossen, und das Stadtzentrum wirkte fast menschenleer.
Zum Abendessen zog es uns erneut ins Fusion, das heute unter dem Motto „Indonesien“ stand.
Das stilvoll eingerichtete Spezialitätenrestaurant bot eine abwechslungsreiche Auswahl an indonesisch inspirierten Gerichten – aromatisch, leicht scharf und perfekt abgeschmeckt. Von Satay-Spießen mit Erdnusssauce über Nasi Goreng bis hin zu frischen Kokos-Desserts war alles dabei, was das Herz begehrte. Ein gelungener kulinarischer Ausklang für einen eher ruhigen Tag.
Seetag Richtung Nordfjordeid: Entschleunigung an Bord
Nach den vielen Landgängen war dieser elfte Reisetag ein willkommener Seetag. Ohne festen Zeitplan konnten wir ganz entspannt in den Tag hineinleben.
Das Bordprogramm bot wieder Vorträge, Filmvorführungen, Shuffleboard und Bingo. Mittags gab es einen kleinen Snack im Club Bistro, später Kaffee im Cappuccino’s und natürlich – inzwischen längst Tradition – eine Kugel Eis.
Am Nachmittag planten wir bereits den nächsten Tag in Nordfjordeid und genossen die restlichen Sonnenstunden dick in Decken eingemummelt auf dem Lido Deck.
Zum Abendessen entschieden wir uns noch einmal für das Waterfront Mediterran, das uns erneut mit guter Auswahl und freundlichem Service überzeugte.
Nordfjordeid und Tvinnefossen: Wasserfall-Erlebnis in Norwegen
Heute wachten wir in einer Bilderbuchkulisse auf: Nordfjordeid begrüßte uns mit klarer Luft, grünen Hügeln und beeindruckender Fjordlandschaft. An diesem Tag wurde erneut getendert, und wir wurden direkt im Stadtzentrum abgesetzt.
Kaum an Land, entdeckten wir einen kleinen Stand, der einen Ausflug zum Tvinnefossen-Wasserfall anbot. Also entschieden wir uns spontan dafür. Das Wetter war bestens, die Landschaft einladend, und wir freuten uns auf ein wenig Bewegung in der Natur.
Mit einem kleinen Shuttlebus ging es aus dem Ort hinaus, anschließend folgte ein rund 30-minütiger Fußmarsch.
Dann standen wir vor dem gewaltigen Wasserfall, der besonderen Clou: Man kann sogar hinter ihm hindurchlaufen. Dieses Erlebnis war schlichtweg spektakulär. Das Donnern des Wassers, die Gischt und die Perspektive hinter dem Wasserfall waren absolut beeindruckend.
Der Ausflug kostete rund 50 € pro Person und war jeden Euro wert.
Zurück in Nordfjordeid spazierten wir noch durch den gepflegten Ort. Das Sagastad-Museum war leider schon geschlossen, doch durch die Fenster konnten wir immerhin einen Blick auf den Nachbau des berühmten Wikingerschiffs werfen.
Nach einem ereignisreichen Landgang freuten wir uns auf das Dinner im Waterfront Restaurant. Hungrig schauten wir auf die Speisekarte und konnten uns fast nicht entscheiden, da diese fast keine Wünsche offenließ. Ich entschied mich für norwegischen Lachs auf Zitronenrisotto und zum Abschluss ein leckeres hausgemachtes Tiramisu.
Stavanger, bunte Gassen und der letzte Abend in Norwegen
Unser letzter Tag in Norwegen begann mit einem besonderen Erlebnis: Wegen des guten Wetters wurde ausnahmsweise das Bugdeck geöffnet. So konnten wir die Fahrt durch den Fjord nach Stavanger ganz vorne am Schiff miterleben – ein wirklich schöner Moment.
Schon beim Frühstück herrschte eine besondere Stimmung an Bord. Viele Gäste waren schon auf den Beinen, denn die Crew hatte angekündigt, dass wetterbedingt das Bugdeck geöffnet wurde. Das passiert nicht oft und es immer ein Highlight, denn der Blick von dort ist atemberaubend. Ein besonderer Kontrast machte sich hierbei bemerkbar. Während alle Passagiere die Natur ringsum bestaunten, passierten wir mehrere Bohrinseln, die teils in Betrieb, teils ruhig vor Anker lagen. Es war faszinierend zu sehen, wie nah Industrie und Natur hier beieinanderliegen – und wie sehr diese Region vom Erdöl geprägt ist.
Am frühen Nachmittag erreichten wir Stavanger und legten direkt im Stadtzentrum an. Zu Fuß erkundeten wir die Stadt auf eigene Faust: Unser Weg führte uns direkt zur Domkirche Stavanger- dem ältesten Dom Norwegens. Von dort schlenderten wir weiter in Richtung Øvre Holmegate, Stavangers wohl buntester Straße. Die Häuser sind knallbunt gestrichen, voller kleiner Cafés, Boutiquen und Galerien.
Danach zog es uns ans Wasser in der Nähe des Norwegischen Erdölmuseums. Direkt daneben liegt ein beliebter Ort für Familien und Kinder: der Geoparken. Ein ungewöhnlicher, urbaner Spiel- und Bewegungsraum. Der Geoparken wurde aus recycelten Materialen und alten Bauteilen der Erdölindustrie gestaltet – Rohre, Stahlträger, Plattformen und alte Bojen, laden Kinder zum Spielen, Balancieren und Klettern ein.
Natürlich durfte auch heute die Zimtschnecke nicht fehlen- unser kleines Ritual auf der Reise. In einem Café am Hafen gönnten wir uns eine frisch gebackene Zimtschnecke, bevor es zurück auf das Schiff ging.
Am Abend wartete noch ein besonderer Programmpunkt: die traditionelle Abschiedsshow der Crew im Bordtheater. Tanz, Gesang, kleine Sketche und vor allem viel Herzlichkeit machten diesen Abend zu einem sehr stimmungsvollen Abschluss unseres letzten Tages in Norwegen.
Letzter Seetag auf der Vasco da Gama: Abschied von Norwegen
Bevor wir am nächsten Morgen das Schiff verlassen würden, schenkte uns die Reise noch einen letzten ruhigen Seetag.
Es war die perfekte Gelegenheit, die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen, letzte Erinnerungen zu sammeln und langsam die Koffer zu packen. Ein paar letzte Runden über das Panoramadeck, ein letzter Kaffee an der Bar und noch einmal Entspannung auf dem Sonnendeck des Oasis Pools – so verabschiedeten wir uns langsam von der Vasco da Gama.
Auch den letzten Abend genossen wir noch einmal ganz bewusst bei einem gemütlichen Essen an Bord.
Ausschiffung in Kiel und Heimreise
Am Tag der Ausschiffung klingelte der Wecker bereits früh. Nach einem kleinen Frühstück packten wir die letzten Dinge zusammen und machten uns auf den Weg zur Gangway.
Per Taxi ging es zum Kieler Hauptbahnhof, von dort mit der Bahn zurück nach Frankfurt.
Damit endete eine wunderschöne Reise voller beeindruckender Erlebnisse, besonderer Landschaften und vieler unvergesslicher Momente.
Unser Fazit zur Vasco da Gama
Die Vasco da Gama ist ein älteres Schiff – und das merkt man ihr in einigen Bereichen durchaus an. Wer moderne Neubauten mit spektakulären Entertainment-Konzepten und hochglänzendem Design gewohnt ist, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen.
Gleichzeitig liegt genau darin aber auch ein Teil ihres Charmes. Die Vasco da Gama versprüht ein klassisches Kreuzfahrtgefühl, das besonders Liebhaber traditioneller Seereisen ansprechen dürfte. Die Atmosphäre an Bord ist angenehm entspannt, die Wege sind kurz und das Schiff wirkt insgesamt persönlich und überschaubar.
Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind uns:
- das gute und abwechslungsreiche Essen
- der ausgesprochen herzliche Service
- die entspannte Atmosphäre an Bord
- die stimmige Routenführung mit interessanten Häfen und angenehmen Liegezeiten
Gerade für diese Route passt die Vasco da Gama aus unserer Sicht sehr gut: Die Reisegeschwindigkeit ist angenehm, die Destinationen abwechslungsreich und die Stimmung an Bord entspannt.
Wer also keine hochmoderne Luxuswelt erwartet, sondern Wert auf gute Küche, exzellenten Service, schöne Routen und klassisches Kreuzfahrtflair legt, ist auf der Vasco da Gama genau richtig.
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