Grönland mit der HANSEATIC spirit – Reisebericht

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Unsere Kolleginnen Nadine Peschke und Christiane Rodenstock waren mit der HANSEATIC spirit von Reykjavik bis Kangerlussuaq unterwegs. In diesem Reisebericht schildern sie ihre persönlichen Eindrücke von Grönland, den Expeditionserlebnissen und dem Leben an Bord.

Wie fühlt es sich an, Grönland nicht nur vom Schiff aus zu sehen, sondern die mächtigen Eislandschaften bei Zodiacfahrten, Wanderungen und nassen Anlandungen unmittelbar zu erleben? Genau das wollten wir auf dieser Reise herausfinden. Schon der erste Blas eines Buckelwals am Horizont und die ersten großen Eisberge zeigten uns: Diese Expedition würde anders werden als eine klassische Kreuzfahrt.

Inhalt des Artikels

Unsere Reise auf einen Blick

Die Route: von Island in die Eiswelt Grönlands

Gut zu wissen: HANSEATIC spirit

Unsere Erfahrungen an Bord der HANSEATIC spirit

2. Juli 2026: Anreise nach Reykjavik und Einschiffung

3. Juli 2026: Seetag zwischen Wissen, Genuss und ersten Walen

4. Juli 2026: Thrym-Gletscher und Skjoldungensund

5. Juli 2026: Prins Christian Sund und Uunartoq

6. Juli 2026: Hvalsey und Qaqortoq

7. Juli 2026: Ivittuut im Arsukfjord

8. Juli 2026: Nuuk – moderne Hauptstadt mit viel Geschichte

9. Juli 2026: Ewigkeitsfjord, Sermitsiaq-Gletscher und Polarkreis

10. Juli 2026: Ilulissat-Eisfjord und Diskobucht

11. Juli 2026: Sisimiut und ein letzter Abend an Bord

12. Juli 2026: Kangerlussuaq und Abschied von Grönland

Wem empfehlen wir diese Grönland-Expedition?

HANSEATIC spirit auf einen Blick

Unser persönliches Fazit zur Grönland-Expedition

Unsere Packtipps für eine Grönland-Expedition

Häufige Fragen zur Reise mit der HANSEATIC spirit

Unsere Reise auf einen Blick

Schiff: HANSEATIC spirit

Reederei: Hapag-Lloyd Cruises

Reisezeitraum: 2. bis 12. Juli 2026

Reisedauer: 11 Tage

Route: Reykjavik – Skjoldungensund und Thrym-Gletscher – Prins Christian Sund – Uunartoq – Hvalsey – Qaqortoq – Arsukfjord und Ivittuut – Nuuk – Ewigkeitsfjord und Sermitsiaq-Gletscher – Ilulissat-Eisfjord und Diskobucht – Sisimiut – Kangerlussuaq

Kabine: Balkonkabine 706

Reisecharakter: Expeditionskreuzfahrt mit Zodiacfahrten, Wanderungen, Wet Landings und intensiver fachlicher Begleitung

Die Route: von Island in die Eiswelt Grönlands

Unsere Expeditionsroute führte von Reykjavik über einen Seetag zum Skjoldungensund mit dem Thrym-Gletscher, weiter durch den Prins Christian Sund und nach Uunartoq. Es folgten Hvalsey, Qaqortoq, der Arsukfjord mit Ivittuut, Nuuk, der Ewigkeitsfjord mit dem Sermitsiaq-Gletscher, Ilulissat mit Eisfjord und Diskobucht, Sisimiut und schließlich Kangerlussuaq.

Wie bei jeder Expeditionsreise galt auch hier: Natur, Eis und Wetter bestimmten den tatsächlichen Verlauf. Genau diese Flexibilität machte viele der schönsten Erlebnisse erst möglich.

Gut zu wissen: HANSEATIC spirit

Die HANSEATIC spirit gehört zur modernen Expeditionsklasse von Hapag-Lloyd Cruises und fährt als Adults-only-Schiff für Gäste ab 18 Jahren. Mit 138 Metern Länge, 22 Metern Breite und maximal 230 Gästen bleibt sie überschaubar; auf Antarktisreisen und bei Spitzbergen-Umrundungen wird die Gästezahl auf 199 begrenzt. Die Polarklasse PC6, ein diesel-elektrischer Antrieb und die Zodiacs ermöglichen Fahrten in anspruchsvollen Expeditionsgebieten und Anlandungen fern klassischer Häfen.

An Bord verbinden sich Expeditionsflair und Komfort: Der umlaufende Spirit Walk am Bug, offene Decksflächen, zwei ausfahrbare gläserne Balkone und die Observation Lounge schaffen viele Plätze für Tier- und Naturbeobachtungen. Im HanseAtrium finden Vorträge sowie die täglichen Pre- und Recaps statt; die interaktive Ocean Academy vertieft die Themen der Reise. Für Entspannung sorgen Spa, Sauna, Pool und Fitnessbereich. Kulinarisch stehen das HANSEATIC Restaurant, das Lido Restaurant und das französische Spezialitätenrestaurant l’esprit zur Wahl. Ein 24-Stunden-Kabinenservice ergänzt das Angebot.

Schiffsfakten auf einen Blick

Reederei: Hapag-Lloyd Cruises

Schiffstyp: Expeditionsschiff, Adults only ab 18 Jahren

Indienststellung: 2021

Bruttoraumzahl: 15.650 BRZ

Länge und Breite: 138 Meter und 22 Meter

Gäste: maximal 230; 199 bei Antarktisreisen und Spitzbergen-Umrundungen

Besatzung: rund 175 Crewmitglieder

Passagierdecks: sieben

Kabinen und Suiten: 120

Eisklasse: PC6

Bordsprache: Deutsch

Getränke inklusive: Kaffee- und Teespezialitäten sowie ausgewählte Softdrinks; die Minibar in der Kabine wird täglich kostenfrei mit alkoholfreien Getränken aufgefüllt

Besondere Bereiche: Spirit Walk, gläserne Balkone, Marina, Ocean Academy, Observation Lounge, HanseAtrium sowie Spa- und Fitnessbereich

Kleidung an Bord: sportlich-elegant; für Willkommens- und Abschiedsabend wird ein Jackett empfohlen

Expeditionsausrüstung: Gummistiefel für nasse Anlandungen sowie – abhängig vom Fahrtgebiet – Parkas leihweise; Fernglas und Nordic-Walking-Stöcke stehen in den Kabinen bereit


Unsere Erfahrungen an Bord der HANSEATIC spirit

Kabine 706: geräumig und durchdacht ausgestattet

Unsere Balkonkabine 706 war ausgesprochen geräumig und bot viel Stauraum – ein großer Vorteil, wenn neben der normalen Garderobe auch warme und wetterfeste Expeditionskleidung untergebracht werden muss. Der private Balkon wurde in der grönländischen Eiswelt immer wieder zu unserem persönlichen Logenplatz.

Zur Kabinenausstattung gehörten eine beheizbare Wand im Bad, eine Regendusche, eine Kaffeemaschine und trennbare Betten. Über das Infotainment konnten wir unter anderem Expertenvorträge, die Vorauskamera und die Seekarte verfolgen. Fernglas und Nordic-Walking-Stöcke lagen ebenfalls bereit. Angenehm fanden wir außerdem die täglich kostenfrei mit alkoholfreien Getränken aufgefüllte Minibar und den 24-Stunden-Kabinenservice.

Sauna, Fitnessraum und Pooldeck mit Aussicht

Besonders gefallen haben uns die Sauna und der Fitnessraum mit Ausblick: Selbst beim Training oder Entspannen blieb die Landschaft präsent. Das Pooldeck empfanden wir ebenfalls als schön gestaltet und sehr einladend – ein angenehmer Ort für ruhige Momente zwischen den Expeditionserlebnissen.

Blick aus der Sauna der HANSEATIC spirit auf einen Fjord und verschneite Berge.

Spirit Walk: am Bug ganz nah am Wasser

Zu unseren liebsten Außenbereichen gehörte der Spirit Walk am Bug. Hier kamen wir dem Wasser, den Eisbergen und der vorbeiziehenden Landschaft besonders nah. Gerade auf einer Grönland-Expedition ist diese unmittelbare Perspektive ein großer Pluspunkt des Schiffes.

Spirit Walk der HANSEATIC spirit im Prins Christian Sund.

Expedition statt Showprogramm

Klassisches Entertainment war auf unserer Reise so gut wie nicht existent. Das passt grundsätzlich zum klaren Expeditionsfokus der HANSEATIC spirit; etwas Lounge-Musik auf dem Pooldeck und einen großen Bildschirm für Kinoabende hätten wir dennoch schön gefunden. Uneingeschränkt überzeugt haben uns dagegen die Expertinnen und Experten sowie die gesamte Durchführung der Expedition. Die Pre- und Recaps, Zodiacfahrten, Anlandungen und kurzfristigen Anpassungen waren bestens organisiert und souverän umgesetzt.


2. Juli 2026: Anreise nach Reykjavik und Einschiffung

Von Frankfurt nach Island – Leinen los

Der Wecker klingelte sehr früh, aber für dieses Abenteuer lohnte sich das Aufstehen: Unsere Expeditionskreuzfahrt nach Grönland begann mit dem von Hapag-Lloyd Cruises organisierten Hinflug ab Frankfurt am Main. Um 7:25 Uhr hob die Icelandair-Maschine ab. Dank eines ausgiebigen Nickerchens vergingen die rund dreieinhalb Flugstunden wie im Flug.

In Island angekommen, lief alles wie am Schnürchen. Das Gepäck war schnell abgeholt, draußen warteten bereits zwei Taxis auf unsere kleine Reisegruppe. Die etwa 50-minütige Fahrt zum Hafen bot erste Ausblicke auf die isländische Landschaft – mit blauem Himmel, Regen und Sonnenschein im schnellen Wechsel.

Gegen Mittag erreichten wir die HANSEATIC spirit und checkten an der Rezeption ein. Während sich die Crew um unser Gepäck kümmerte, kamen am Kai das Foto-Team und die für dieses Zielgebiet vorgesehenen Eisbärenwächter an Bord. Spätestens jetzt war klar: Das wird eine echte Expedition. Nach dem herzlichen Sektempfang zog es uns für einen kleinen Snack in die Observation Lounge, bis das Lido Restaurant öffnete.

Unsere Kabinen waren bald bezugsfertig. Also schnell die Koffer auspacken, bevor das Pflichtprogramm begann: Die Seenotrettungsübung im HanseAtrium verlief kurz, bündig und unkompliziert. Mit Rettungswesten ausgestattet, wurden wir vom General Expedition Manager begrüßt und in die Sicherheitsabläufe eingewiesen. Anschließend stillten wir den Hunger ganz entspannt über den Roomservice – mit Caesar Salad, Spaghetti Aglio e Olio und Salzkaramell-Crème-brûlée.

Reykjavik und ein leises Auslaufen

Da die HANSEATIC spirit zentral lag, blieb bis zur Abfahrt um 19 Uhr Zeit für einen Stadtbummel. Unser Weg führte durch die Boutiquen der Innenstadt auf die Skólavörðustígur, die berühmte Regenbogenstraße, und weiter zur Hallgrímskirkja. Reykjavik gilt als nördlichste Hauptstadt eines souveränen Staates – und war für uns der stimmungsvolle Auftakt dieser Reise.

Regenbogenstraße Skólavörðustígur in Reykjavik.
Skólavörðustígur (Regenbogenstraße)

Pünktlich um 19 Uhr hieß es: Leinen los. Das Auslaufen erlebten wir besonders still und ohne laute Musik (aufgrund der strengen Lärmschutzauflagen im Hafen) – ein ruhiger Abschied von Island, passend zu dem Naturerlebnis, das vor uns lag.

Zum Tagesabschluss lud uns die Reederei zum Abendessen ins À-la-carte-Restaurant ein. Auf dem Menü standen Chef Eddy Salat, Ananas-Gin-Sorbet, Rotzungenroulade mit Gemüse und Kartoffelpüree sowie Shakshuka. Neben dem wechselnden Menü bietet die klassische Karte vertraute Gerichte wie Wiener Schnitzel, Thunfisch-Carpaccio oder Gnocchi. Völlig platt von der frühen Anreise und etwas Seegang hieß es danach dann auch gleich Bettzeit.

3. Juli 2026: Seetag zwischen Wissen, Genuss und ersten Walen

Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder in unserem Fall: Er genießt das fantastische Frühstück im Außenbereich des Lido Restaurants. Bei frischer Seeluft und weitem Meerblick schmeckte der Start in den Tag doppelt gut. Das Rührei war vorzüglich, das Obst knackig und frisch. Besonders charmant: Neben einer riesigen Auswahl an Kaffeespezialitäten und Teesorten gab es auf dem Buffet auch typisch deutsche Klassiker wie Leberwurst und Teewurst. Wer es noch individueller mochte, konnte direkt von der Karte bestellen oder sich von der täglich wechselnden Omelett-Kreation überraschen lassen.

Auf dem Pooldeck der HANSEATIC spirit.
Im Lido-Restaurant

Um 9:30 Uhr begann der erste Teil unseres Workshops in der Ocean Academy. Um 11:30 Uhr wurde es im HanseAtrium offiziell: Die obligatorischen AECO-Verhaltensregeln standen auf dem Programm. In sensiblen arktischen Ökosystemen ist respektvolles Verhalten das A und O – von ausreichendem Abstand zu Tieren bis zum Grundsatz, möglichst keine Spuren zu hinterlassen.

Direkt danach folgte das lang erwartete Precap für unsere ersten Ziele in Grönland. Expeditionsleiterin Heike Fries und ihr Expertenteam steckten uns mit Wissen und Begeisterung an; die Vorfreude an Bord war förmlich greifbar.

Nach einem Schiffsrundgang um 14 Uhr wartete der High Tea in der Observation Lounge. Bei frisch gebackenen Scones, Muffins und feinen Sandwiches, begleitet von sanfter Klaviermusik, ließen wir die Seele baumeln und blickten auf den endlosen Ozean.

Und dann passierte es: die ersten Buckelwale. Sie waren noch weit entfernt und ohne Fernglas eher zu erahnen als zu erkennen. Doch der Anblick des ersten „Blas“ am Horizont hat bei allen an Bord für Gänsehaut gesorgt.

Zum Abendessen entschieden wir uns für das Lido Buffetrestaurant. Hier konnte man sich nach Belieben seine Gerichte zusammenstellen, wobei die Pasta sogar frisch zubereitet wurde. Da Nadine eine absolute Salatliebhaberin ist, gab es für sie natürlich kein Essen ohne eine frische Schüssel Salat, begleitet von einem Glas Johannisbeersaft. Christiane bevorzugte frisch gepressten Ingwertee.

Danach besuchten wir die Bordboutique. Bei der Aktion „Rabatt erwürfeln“ konnten Gäste ihren Preisnachlass selbst bestimmen und wurden mit einem Glas Prosecco begrüßt – für uns sprang leider kein Rabatt heraus.

Das künstlerische Highlight folgte am Abend im HanseAtrium. Daniel Hoffmann Farré präsentierte persönliche Favoriten am Klavier und führte musikalisch von Chopin über Gershwin bis Debussy. Ein virtuoser Auftritt mit echten Gänsehautmomenten, der diesen ereignisreichen Seetag wunderbar abrundete.

4. Juli 2026: Thrym-Gletscher und Skjoldungensund

Dass wir wirklich in Grönland angekommen waren, zeigten die immer größeren Eisberge, die an beiden Seiten des Schiffes vorbeitrieben. Schon um 6 Uhr morgens waren wir wach und sahen die Küste Südostgrönlands. Der Himmel war bedeckt, doch immer wieder brach die Sonne durch und ließ Gletscher, Eisberge und Wasser leicht funkeln.

Erste Eisberge vor der Küste Südostgrönlands.

Unser Frühstück hatten wir auf die Kabine bestellt. Zum Glück kam es erst, nachdem wir die Eisberge vom Spirit Walk aus entdeckt und die ersten grandiosen Bilder aufgenommen hatten. Auf dem Balkon wurde mit Tischdecke eingedeckt – ein solches Ereignis wollten wir so nah wie möglich genießen. Frischer Ingwertee, Kaffee, Saft, Porridge, Rührei mit Würstchen und Obst schmeckten vorzüglich.

Bis zu unserer ersten Zodiacfahrt verbrachten wir Zeit im Spa. Im warmen Saunabereich die Eisberge vorbeiziehen zu sehen, bleibt unvergesslich. Mittags stärkten wir uns im HANSEATIC Restaurant mit Ziegenkäse auf Rote-Bete-Talern, Gemüselasagne und Apfelstrudel.

Am Nachmittag gehörte der Skjoldungensund uns. Am Thrym-Gletscher, einem gewaltigen Gezeitengletscher, hieß es: ab in die Zodiacs. Dank der Aufteilung in Farbgruppen verlief das Einsteigen schnell und reibungslos. Bald waren wir mitten im eisblauen Wasser und bestaunten die Eismassen aus nächster Nähe.

Der Gletscher, dessen Name an den Riesen Thrym aus der nordischen Mythologie erinnert, war unser erster unmittelbarer Kontakt mit dem grönländischen Inlandeis. Die Dimensionen raubten uns den Atem. Kleine, frei treibende Eisstücke durften wir vorsichtig aus dem Wasser nehmen – ein buchstäblich greifbarer Moment dieser Wildnis.

Unsere Zodiacfahrt endete nicht am Sidegate, an dem sie begonnen hatte. Die Brücke ließ die Marina am Heck herunter, und das Hotelteam empfing uns dort mit Champagner. Beim abendlichen Recap ließen wir die Eindrücke gemeinsam mit den Expertinnen und Experten Revue passieren.

Champagnerempfang nach der ersten Zodiacfahrt.

Den Abend verbrachten wir erneut im HANSEATIC Restaurant. Trüffelpommes mit Schnitzel und der heiß geliebte Caesar Salad im Parmesanmantel waren genau das Richtige. Der Tag war voller aufregender Momente, sodass wir schon früh unsere Kabine aufsuchten, um fit für die nächsten Abenteuer zu sein.

5. Juli 2026: Prins Christian Sund und Uunartoq

Der Tag begann um 8 Uhr mit Pilates, das uns angenehm auf die kommenden Erlebnisse einstimmte. Im Lido genossen wir unser inzwischen lieb gewonnenes Frühstück, bevor der zweite Teil unseres Workshops folgte.

Pilates an Bord mit Blick auf die grönländische Eislandschaft
Pilates mit Blick in die Natur

Zur Mittagszeit verwandelte sich das Deck bei einer stimmungsvollen Pølser-Party in einen lebendigen Treffpunkt. Neben dänischen Hotdogs und frisch zubereiteten Schnittchen gab es einen fantastischen Kaiserschmarrn, den wir unbedingt empfehlen können.

Den Großteil des Tages verbrachten wir mit Blick auf die Landschaft des Prins Christian Sund. Eisberge in verschiedenen Größen, Farben und Formen trieben im Wasser, der Nebel verlieh der Szenerie etwas Mystisches. Als sich eine befahrbare Bucht öffnete, zeigte der Kapitän Expeditionsgeist und steuerte hinein. Dieser spontane Abstecher war nach den Angaben an Bord eine Premiere für die Expeditionsflotte von Hapag-Lloyd Cruises.

Am Abend standen Schwertfisch auf Belugalinsen und Pfirsichmousse auf der Speisekarte. Nach den kulinarischen Genüssen der vergangenen Tage stellten wir allerdings fest, dass uns ein bis zwei Gänge plus Dessert inzwischen völlig ausreichten.

Das unbestrittene Tageshighlight folgte mit einer außerplanmäßigen nassen Anlandung auf Uunartoq. In den natürlichen heißen Quellen der unbewohnten Insel mischt sich das Wasser dreier Quellen in einem kleinen, von Steinen eingefassten Becken und erreicht etwa 37 bis 38 Grad. Umgeben von Bergen und treibenden Eisbergen badeten wir in dieser beinahe unwirklichen Kulisse. Mutige konnten sich zusätzlich an der Eisbadestation abkühlen.

Bad in den heißen Quellen von Uunartoq in Grönland
Uunartoq – die heißen Quellen

Gegen Mitternacht waren wir wieder an Bord und schliefen sehr glücklich und mit vielen tollen Bildern im Kopf ein.

6. Juli 2026: Hvalsey und Qaqortoq

Auf den Spuren der Nordmänner

Der Morgen begann entspannt mit Frühstück auf der Kabine. Während die erste Gruppe bereits um 7 Uhr ausbootete, starteten wir eine Stunde später.

In Hvalsey hatten wir eine Stunde Zeit, um eines der faszinierendsten Zeugnisse der Geschichte zu erkunden: Die alte Kirche – das bedeutendste archäologische Zeugnis der Wikinger, erbaut um 1300. Zwischen den historischen Mauern gab es auch wunderschöne Natur zu entdecken. Neben einem zarten Schnee-Enzian blühte auch das Weidenröschen in voller Pracht.

HANSEATIC spirit vor Hvalsey in Grönland
HANSEATIC spirit vor Hvalsey

Qaqortoq: Geschichte und Gegenwart in Südgrönland

Um 13:30 Uhr erreichten wir Qaqortoq, eine der größeren Städte Grönlands mit rund 3.000 Einwohnern. Direkt am Hafen lagen die ersten Sehenswürdigkeiten: der historische Marktplatz mit dem steinernen Springbrunnen und die kleine Kirche aus dem 19. Jahrhundert, beide in wenigen Minuten erreichbar.

Zurück an Bord stimmte uns Heike beim Precap auf den nächsten Tag ein. Zum Abendessen im französischen Spezialitätenrestaurant l’esprit gab es Kartoffeltarte mit Krabben, Schneckenravioli sowie Macarons und Pralinen. Nach dem Essen ließen wir den Abend bei Klavierklängen und Panoramablick in der Observation Lounge ausklingen.

Auf längeren Expeditionsreisen ergänzt übrigens an ausgewählten Abenden ein Fischrestaurant im Pop-up-Konzept das gastronomische Angebot – frisch, regional inspiriert und je nach Route unterschiedlich.

7. Juli 2026: Ivittuut im Arsukfjord

Der Morgen führte uns nach Ivittuut, einer verlassenen Bergbausiedlung im Südwesten Grönlands. Der Ort war einst für sein Kryolithvorkommen von internationaler Bedeutung. Das Mineral spielte eine wichtige Rolle bei der Aluminiumherstellung; nachdem industrielle Ersatzstoffe verfügbar wurden, verlor der Abbau seine wirtschaftliche Grundlage. Die Mine war seit 1856 in Betrieb und schloss 1987, die letzten Familien verließen Ivittuut im Jahr 2000.

Heute erzählen die verbliebenen Gebäude von der Blütezeit des Ortes. Besonders auffällig ist das hoch gelegene ehemalige Wohnhaus des Verwalters. Viele Häuser lassen noch erahnen, wie lebendig Ivittuut einmal gewesen sein muss. Auch wenn manche Türen verlockend offenstehen, ist das Betreten aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.

Zwischen den Gebäuden versteckten sich sogar zwei Moschusochsen, um die wir selbstverständlich einen großen Bogen machten. Eine kuriose Besonderheit ist der alte Tennisplatz, dessen Belag Kryolith enthielt – gemessen am damaligen Materialwert vermutlich ein ausgesprochen kostspieliger Sportplatz.

Zodiac-Anlandung in der ehemaligen Bergbausiedlung Ivittuut
Anlandung in Ivittuut

Nach dem Landgang stärkten wir uns im Lido und gönnten uns Heidelbeer-Softeis. Am Nachmittag folgte eine Brückenführung. Im Gespräch erklärte Kapitän Claas Fischer, wie ein Expeditionsschiff sicher zwischen den Eisbergen Grönlands navigiert, und erzählte von Fahrten auf dem Amazonas. Beeindruckend, mit welcher Ruhe und Erfahrung auf der Brücke gearbeitet wird.

Direkt danach warfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Schiffswäscherei. Dort werden täglich Bettwäsche, Handtücher, Uniformen und viele weitere Textilien gewaschen, getrocknet, gebügelt und für den nächsten Einsatz vorbereitet.

Nach dem Precap für Nuuk wurden wir im HANSEATIC Restaurant verwöhnt: Gurkensalat, gebratener Fenchel auf Möhrenpüree mit Sauce hollandaise und Pistazien-Schokoladenkuchen standen auf dem Menü.

Den gelungenen Abschluss bildete das traditionelle Officers Cocktail Shaken im HanseAtrium. Die Offiziere mixten persönlich Cocktails und nahmen sich Zeit für Gespräche mit den Gästen. In entspannter Atmosphäre endete ein weiterer unvergesslicher Tag in Grönland.

8. Juli 2026: Nuuk – moderne Hauptstadt mit viel Geschichte

Bevor wir an Land gingen, starteten wir mit einem À-la-carte-Frühstück im HANSEATIC Restaurant. Unser Lieblingsgericht Egg Royale durfte nicht fehlen.

Vom Hafen führte ein etwa 1,5 Kilometer langer Panoramaweg an der Küste entlang Richtung Innenstadt. Schon der Spaziergang bot schöne Blicke auf das Meer und die bunten Häuser Nuuks. Erster Stopp war die Skulptur Sassuma Arnaa, die „Mutter des Meeres“. In der Mythologie der Inuit herrscht sie über die Meerestiere und damit über die Nahrungsgrundlage der Jäger.

Statue der Sassuma Arnaa, der Mutter des Meeres, in Nuuk
Statue der Sassuma Arnaa, der „Mutter des Meeres

Anschließend stiegen wir zur Statue von Hans Egede hinauf. Von dort blickten wir über Nuuk, bevor wir durch das Einkaufszentrum bummelten und nach Mitbringseln suchten.

Besonders beeindruckte uns der Mix aus Tradition und Moderne. Nuuk wirkt jung, lebendig und international – mit modernen Cafés, Restaurants und Architektur. Gleichzeitig begegnet man traditionellen Booten und Menschen, die bis heute eng mit Fischfang und Jagdkultur verbunden sind. Dieses Zusammenspiel macht den besonderen Reiz der Stadt aus.

Vorbei an der roten Erlöserkirche gelangten wir in das historische Hafenviertel Kolonihavn. Dort hatten wir das Glück, einen Kajakwettbewerb mitzuerleben. Frauen und Männer präsentierten in traditioneller Kleidung ihr Können und führten unter anderem die Inuit-Rolle vor, mit der ein gekentertes Kajak allein durch Körperbewegung und Paddeltechnik wieder aufgerichtet wird.

Kajakfahrerin bei einem traditionellen Wettbewerb in Nuuk
Einheimische Kajakfahrerin in Nuuk.

Ein kurzer Abstecher führte in die Fischmarkthalle. Neben verschiedenen Fischarten wurde dort auch Robbenfleisch angeboten, das für Teile der grönländischen Ernährung und Jagdkultur weiterhin eine Rolle spielt.

Zum Abschluss besuchten wir das Grönländische Nationalmuseum, eines unserer Highlights in Nuuk. Seine Sammlungen vermitteln rund 4.500 Jahre Kulturgeschichte – von frühen arktischen Kulturen über die nordische Besiedlung und die Thule-Kultur bis zum modernen Grönland. Besonders eindrucksvoll sind die außergewöhnlich gut erhaltenen Mumien und Kleidungsstücke von Qilakitsoq.

Praktisch: Den Museumseintritt hatte Hapag-Lloyd Cruises wie bei einigen weiteren Besuchen während unserer Reise bereits übernommen. Nach den vielen Eindrücken brachte uns der Shuttlebus zurück zur HANSEATIC spirit.

Pünktlich um 18 Uhr hieß es Leinen los. Gemeinsam mit vielen Gästen genossen wir das Auslaufen aus Nuuk. Beim täglichen Pre- und Recap informierte das Expeditionsteam über die Erlebnisse und die kommenden Programmpunkte. Unser nächstes Ziel: der Ewigkeitsfjord.

Zum Abendessen wählten wir das Buffetrestaurant. Nach einem frisch zusammengestellten Salat folgten verschiedene Hauptgerichte und feine Pralinen. Den Abend verbrachten wir, wie so oft, in der Observation Lounge. Der Panoramablick auf das ruhige Meer war schon beeindruckend genug, doch kurz nach Mitternacht erwartete uns ein ganz besonderes Geschenk: Direkt vor dem Schiff tauchten plötzlich mehrere Wale auf. Im sanften Licht der Mitternachtssonne, umgeben von absoluter Stille und der unendlichen Weite des Meeres, entstand eine Atmosphäre, die sich kaum in Worte fassen lässt. Ein magischer Moment – und sicherlich einer der unvergesslichsten unserer gesamten Reise.

9. Juli 2026: Ewigkeitsfjord, Sermitsiaq-Gletscher und Polarkreis

Die Nacht war kurz, denn bereits um 7 Uhr hieß es: Aufbruch in die Zodiacs. Unsere Anlandestelle im Ewigkeitsfjord war steil und geröllig. Zur Wahl standen ein Landgang oder eine Zodiacfahrt entlang der Gletscherkante. Wir entschieden uns für die Wanderung mit anschließender kurzer Zodiacfahrt.

Da es sich um eine Wet Landing handelte, waren Gummistiefel und Regenhose Pflicht. Rund 250 Höhenmeter lagen vor uns. Deshalb nahmen wir die Nordic-Walking-Stöcke mit, die in den Kabinen bereitstehen. Im grönländischen Sommer können Mücken sehr präsent sein, also starteten wir mit Schutznetzen über dem Kopf. Entgegen unseren Erwartungen ließ es sich in den Gummistiefeln erstaunlich gut wandern.

Oben angekommen vergaßen wir jede Anstrengung. Der gewaltige Gletscher, schroffe Berge und das türkisfarbene Wasser des Fjords bildeten eine Kulisse, die uns den Atem nahm.

Wanderung durch die Berglandschaft im Ewigkeitsfjord

Nach dem Abstieg stiegen wir in ein Zodiac um und fuhren zur Gletscherkante. Kleine Wasserfälle bahnten sich ihren Weg über und durch das Eis und wirkten aus der Nähe noch eindrucksvoller.

Zurück an Bord wartete im Lido das Mittagessen: Gulasch mit Knödeln, Pasta ai quattro formaggi und gebackene Apfelringe mit Kardamomsoße – genau richtig nach dem aktiven Vormittag.

Im Anschluss stand noch ein besonderes Highlight auf dem Programm: eine ausführliche Führung durch den Maschinenraum des Schiffes. Nach einer kurzen Einführung durften wir bis ganz nach unten gehen und die riesigen Motoren, die Stabilisatoren sowie die Klimaanlage und mehr aus nächster Nähe besichtigen. Da es dort unten unglaublich laut war, bekamen wir selbstverständlich einen Lärmschutz. Es war faszinierend zu sehen, welche Technik nötig ist, um ein Expeditionsschiff sicher durch die Gewässer Grönlands zu steuern.

Gegen 15 Uhr überquerten wir den nördlichen Polarkreis. Die traditionelle Polarkreistaufe durch Neptun und seine Gemahlin wurde entsprechend ausgelassen gefeiert. Christiane trat als Erste an und wurde mit Rollmops, Eiswürfeln im Rücken und Aquavit „getauft“. Natürlich blieb auch Nadine nicht verschont. Die Zeremonie sorgte für viele Lacher und machte die Überquerung zu einem Erlebnis, an das wir uns lange erinnern werden.

Zum Abschluss des Tages trafen sich General Expedition Manager Mattias Mayer und Kapitän Claas Fischer zum Captain’s Talk. Danach ließen wir den Abend an unserem inzwischen festen Lieblingsplatz ausklingen: in der Observation Lounge.

Observation Lounge der HANSEATIC spirit im goldenen Abendlicht
Observation Lounge im goldenen Abendlicht.

10. Juli 2026: Ilulissat-Eisfjord und Diskobucht

In den frühen Morgenstunden fuhren wir am Eisgürtel vorbei, der aus dem Ilulissat-Eisfjord in die Diskobucht treibt. Die See war spiegelglatt; Himmel, Eis und Wasser schienen sich auf milchige Grau- und Weißtöne geeinigt zu haben.

Bis auf etwa 1,5 Seemeilen näherte sich die HANSEATIC spirit durch das Eis der Stadt Ilulissat. Für das letzte Stück kamen die Zodiacs zum Einsatz. Die Fahrt in den Hafen war spannend: Die Fahrer mussten den besten Weg zwischen den Eisstücken finden und zugleich die schnell fahrenden lokalen Fischerboote im Blick behalten.

Vom Hafen ging es per Bus zum Ilulissat Icefjord Centre. Gemeinsam mit Experten wanderten wir rund 2,5 Kilometer zum Eisfjord und seinen gewaltigen Eisbergen. Das UNESCO-Welterbe ist der Meeresausgang des Sermeq Kujalleq, eines der weltweit aktivsten Gletschersysteme. Eis, das dort kalbt, bewegt sich durch den Fjord hinaus in die Diskobucht.

Wir kamen wie so oft aus dem Staunen nicht heraus. Diese Schönheit und Ruhe sind schwer zu beschreiben. Wir genossen jeden Moment so sehr, dass wir zu den Letzten gehörten, die zurück an Bord kamen.

Blick auf den Kangia, den Ilulissat-Eisfjord in Grönland
Blick auf den Kangia (grönländisch für den Ilulissat-Eisfjord)

Das nächste Highlight folgte sofort: eine Zodiacfahrt durch die Diskobucht. Während die Boote zu Wasser gelassen wurden, beobachteten wir, wie von einem großen glatten Eisberg ein Stück abbrach. Die ersten Gruppen kehrten begeistert von ihrer Tour zurück; entsprechend groß war unsere Vorfreude.

Mal langsam, mal etwas schneller glitten wir durch eine Eislandschaft wie aus einem Märchen. Die Sonne ließ ferne Eisberge funkeln, das klare Wasser spiegelte die Umgebung. Am letzten Eisberg wartete eine Überraschung: Ein Crew-Zodiac empfing uns mit Champagner, und wir stießen mitten in dieser atemberaubenden Kulisse auf den Moment an.

Champagnerempfang zwischen Eisbergen in der Diskobucht

Zum Abendessen im l’esprit wurden Fischspezialitäten serviert. Für Christiane begann das Menü mit Wassermelonen-Sashimi, anschließend wählten beide Seezunge; dazu gab es feinen Kaviar.

Danach ging es zum Farewell-Cocktail ins HanseAtrium. Gemeinsam mit der Shanty Crew stimmte sogar der Kapitän gesellige Lieder an. Noch einmal hielten wir Ausschau nach Tieren in der Ferne, bevor wir glücklich und müde ins Bett fielen.

11. Juli 2026: Sisimiut und ein letzter Abend an Bord

Sisimiut war ein weiteres Highlight. Besonders der südliche Teil der Stadt mit seinen leuchtend bunten Häusern zeigte genau jenes Grönlandbild, von dem viele Reisende träumen.

Mit dem Shuttlebus ging es zunächst zum Tal der Schlittenhunde. Nach einem Spaziergang fuhren wir weiter zum Fischmarkt und zur Bethel-Kirche, die das historische Zentrum prägt. Ihr Eingangstor aus zwei imposanten Walkieferknochen ist ein eindrucksvoller Blickfang.

Anschließend besuchten wir das örtliche Museum, das eigens für uns geöffnet hatte. Das historische Ensemble erzählt von Sisimiuts Vergangenheit und Alltag. Sehenswert waren unter anderem das Haus des Kolonialverwalters von 1846, der Alte Laden von 1852 mit wechselnden Ausstellungen, ein rekonstruiertes traditionelles Torfhaus sowie die alte Schmiede aus der Zeit um 1900.

Bunte Häuser in Sisimiut vor der grönländischen Berglandschaft

Da die Wege überschaubar sind, liefen wir gemütlich an einem See vorbei zurück zum Schiff. Dort powerte Christiane sich bei einer fast privaten Pilatesstunde aus und Nadine drehte die letzten Videos an Bord.

Beim gemeinsamen Abendessen im HANSEATIC Restaurant nahm Expeditionsleiterin Heike Fries an unserem Tisch Platz. Sie erzählte von vielen Jahren voller Reisen und von ihren Erlebnissen in unterschiedlichsten Regionen. Besonders schwärmte sie von der Antarktis. Wer möglichst viele Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten möchte, findet dort nach ihrer Erfahrung eines der außergewöhnlichsten Expeditionsziele. Neben persönlichen Geschichten gab sie uns praktische Tipps, unter anderem zur Vorbeugung von Reiseübelkeit.

Wir ließen uns Caesar Salad, Jakobsmuschel auf Polenta, Wiener Schnitzel und Apple Crumble schmecken. Danach ging es in die Observation Lounge zu Moscow Mule und dem alkoholfreien Signature Drink Captain Coconut. Zuvor hatten wir in der Ocean Academy vorbeigeschaut, die für den Abend in eine gemütliche Bar verwandelt worden war. Auch Fußballfans kamen auf ihre Kosten: Wichtige Spiele der WM wurden live übertragen.

Später hieß es Abschied nehmen von treuen Begleitern: Die bereitgestellten Expeditionsparkas wurden vor die Kabine gelegt, damit sie für die nächsten Gäste gereinigt und vorbereitet werden konnten.

Auf dem Weg nach Kangerlussuaq bewies Kapitän Claas Fischer noch einmal Entdeckergeist. Er manövrierte das Schiff durch eine spektakuläre Enge in den langen Kangerlussuaq-Fjord – ein eindrucksvoller letzter Expeditionsmoment an Bord.

12. Juli 2026: Kangerlussuaq und Abschied von Grönland

Unser Ausschiffungstag begann entspannt. Da die Ankunft erst für 13 Uhr geplant war, konnten wir den halben Tag an Bord noch einmal auskosten.

Nach dem Frühstück im Lido stand Kofferpacken auf dem Programm. Bis 10 Uhr musste das Gepäck vor der Kabinentür stehen – wir schafften es gerade noch rechtzeitig. Perfekt organisiert wurden die Koffer für den Weitertransport zum Flugzeug übernommen.

Am Vormittag nahmen wir am letzten Recap teil. Das Expeditionsteam fasste die besonderen Erlebnisse zusammen und ließ die großen Momente unserer Reise noch einmal aufleben.

Nach einem letzten Mittagessen im Lido mit Salat und Meeresfrüchtepasta und den lieb gewonnenen Waffeln an der Poolbar rückte der Abschied näher. Unsere Ausschiffung war für 16 Uhr vorgesehen. Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel genossen wir die letzten Stunden. Dass wir Grönland mit so viel Sonne erleben würden, hatten wir vorher kaum erwartet – wir hatten großes Glück mit dem Wetter.

Auch die letzte Etappe hielt eine Überraschung bereit: Statt mit einem Tenderboot ging es expeditionstypisch im Zodiac an Land. Dort wartete eine Landschaftstour durch die eindrucksvolle Umgebung mit mehreren Fotostopps.

Zum Abschluss gab es ein Abendessen mit regionalen Grillspezialitäten, darunter Moschusochse, begleitet von Getränken und traditionell aromatisiertem Rype Snaps. Mit vielen Erinnerungen im Gepäck stiegen wir mitten in der Nacht in den Sonderflug nach Zürich.

Da wir den Anschlussflug von Zürich nach Frankfurt individuell gebucht hatten, mussten wir unser Gepäck dort erneut einchecken. Bei über Hapag-Lloyd Cruises gebuchten Anschlussflügen wäre dieser Schritt nicht notwendig gewesen, da das Gepäck automatisch weitergeleitet worden wäre.

Damit endete eine außergewöhnliche Expedition durch Grönland – voller Landschaften, Begegnungen und Erlebnisse, die uns lange begleiten werden.

Unser persönliches Fazit zur Grönland-Expedition

Atemberaubende Natur, abenteuerliche Zodiacfahrten mit Spaßfaktor und Naturschauspiele, die zu Tränen rühren: Für uns war diese Reise ein Erlebnis der besonderen Art. Wir haben Expeditionsluft geschnuppert und können es kaum erwarten, zum nächsten Abenteuer aufzubrechen. Die Antarktis und Spitzbergen stehen nun ganz oben auf unserer Bucket List.

Die HANSEATIC spirit erwies sich dabei als angenehme Basis: klein genug für persönliche Begegnungen und flexible Expeditionserlebnisse, zugleich komfortabel und mit vielen Rückzugsorten. Besonders in Erinnerung bleiben uns die Nähe zur Natur auf dem Spirit Walk und in den Zodiacs, die geräumige Kabine 706, Sauna und Fitnessraum mit Ausblick sowie das einladende Pooldeck. Das Expeditionsteam und die gesamte Durchführung waren hervorragend. Wer abends ein umfangreiches Showprogramm erwartet, sollte allerdings wissen, dass klassisches Entertainment kaum stattfindet.

„Diese Reise hat uns gezeigt, wie intensiv eine Expedition sein kann: still und überwältigend in der Natur, abenteuerlich in den Zodiacs und gleichzeitig wunderbar persönlich an Bord. Grönland hat uns tief berührt – und unsere Lust auf weitere Expeditionen erst richtig geweckt.“

Möchten Sie Grönland oder die HANSEATIC spirit selbst erleben? UC Unlimited Cruises berät Sie gern persönlich zu Expeditionsreisen, Kabinen und aktuellen Angeboten von Hapag-Lloyd Cruises.

Über die Autorinnen

Nadine Peschke und Christiane Rodenstock gehören zum Verkaufs-Team von UC Unlimited Cruises. Für diesen Reisebericht waren sie gemeinsam mit der HANSEATIC spirit von Island nach Grönland unterwegs. Ihre persönlichen Erlebnisse verbinden sie mit konkreten Eindrücken vom Schiff, den Expeditionen und dem Leben an Bord – ehrlich, nahbar und mit viel Begeisterung für außergewöhnliche Kreuzfahrten.


Wem empfehlen wir diese Grönland-Expedition?

Die Reise eignet sich besonders für Menschen, die eindrucksvolle Natur nicht nur betrachten, sondern möglichst unmittelbar erleben möchten. Die HANSEATIC spirit verbindet den Charakter eines kleinen Expeditionsschiffes mit komfortablen Kabinen, guter Küche und vielen ruhigen Rückzugsorten.

Besonders empfehlen würden wir die Reise:

  • aktiven Naturbegeisterten, die Zodiacfahrten, Wanderungen und Anlandungen erleben möchten
  • Reisenden, die fundierte Vorträge und die Begleitung durch ein erfahrenes Expeditionsteam schätzen
  • Gästen, die ein kleines, deutschsprachiges Adults-only-Schiff bevorzugen
  • Genießerinnen und Genießern, die Expedition und hochwertige Kulinarik miteinander verbinden möchten
  • flexiblen Reisenden, für die spontane Routenänderungen Teil des Abenteuers sind

Weniger passend ist die Reise möglicherweise für:

  • Reisende, die einen vollständig garantierten und minutengenau festgelegten Reiseverlauf erwarten
  • Gäste, für die große Shows und klassische Kreuzfahrtunterhaltung im Mittelpunkt stehen
  • Menschen mit stark eingeschränkter Mobilität, wenn sie an anspruchsvolleren Wanderungen oder Wet Landings teilnehmen möchten; die individuelle Eignung sollte vor der Buchung besprochen werden

HANSEATIC spirit auf einen Blick

Für wen eignet sich das Schiff? Für naturbegeisterte Erwachsene, die Expedition, Wissen, Komfort und ein persönliches Bordgefühl verbinden möchten.

Was macht die HANSEATIC spirit besonders? Die kleine Gästezahl, die Polarklasse PC6, zahlreiche offene Beobachtungsflächen und die flexiblen Zodiac-Einsätze.

Welche Kabine haben wir erlebt? Die geräumige Balkonkabine 706 mit viel Stauraum, durchdachter Ausstattung und einem privaten Außenbereich, der in den Eislandschaften zu unserem persönlichen Logenplatz wurde.

Unsere Lieblingsorte an Bord? Der Spirit Walk für die unmittelbare Nähe zum Wasser, die Sauna und der Fitnessraum mit Ausblick sowie das einladende Pooldeck.

Wie war das Entertainment? Das klassische Unterhaltungsangebot war sehr zurückhaltend.

Wie war das Expeditionsteam? Fachlich ausgezeichnet (soweit wir es beurteilen können), engagiert und in der Durchführung der Zodiacfahrten, Anlandungen sowie Pre- und Recaps hervorragend organisiert.

Unser stärkstes Naturerlebnis? Die Eiswelt von Ilulissat und der Diskobucht, dicht gefolgt vom Bad in den heißen Quellen von Uunartoq.

Würden wir wieder mit der HANSEATIC spirit reisen? Ja. Die nächste Expedition steht bereits auf unserer Wunschliste.


Unsere Packtipps für eine Grönland-Expedition

  • Handyhülle mit langer Umhängekordel: praktisch bei Zodiacfahrten, weil das Smartphone griffbereit und zugleich gesichert ist.
  • Sonnencap und Sonnenbrille: die Sonneneinstrahlung und Reflexion auf Wasser und Eis können intensiv sein.
  • Mückenschutznetz für den Kopf: besonders im grönländischen Sommer bei Wanderungen sehr hilfreich.
  • Wasserdichte lange Hose: schützt bei Wet Landings und schnelleren Zodiacfahrten vor Spritzwasser.
  • Warme Wandersocken: erhöhen den Komfort in Gummistiefeln deutlich.
  • Zwiebellook und winddichte Schicht: Temperaturen und Wind können sich innerhalb kurzer Zeit verändern.
  • Kleine wasserdichte Tasche: schützt Handy, Kamera-Akku und persönliche Dinge bei Zodiacfahrten.

Häufige Fragen zur Reise mit der HANSEATIC spirit

Ist die HANSEATIC spirit für Grönland geeignet?

Ja. Die HANSEATIC spirit ist ein kleines Expeditionsschiff mit Polarklasse PC6. Zodiacs, offene Decksflächen und die fachliche Begleitung durch ein Expeditionsteam sind auf Reisen in polare Regionen ausgerichtet. Der konkrete Reiseverlauf bleibt wetter- und eisabhängig.

Wie viele Gäste reisen auf der HANSEATIC spirit?

Das Schiff bietet Platz für maximal 230 Gäste. Bei Antarktisreisen und Spitzbergen-Umrundungen ist die Zahl auf 199 begrenzt. Die vergleichsweise kleine Gästezahl unterstützt flexible Abläufe bei Zodiacfahrten und Anlandungen.

Welche Getränke sind auf der HANSEATIC spirit inklusive?

Zum Reisepreis gehören Kaffee- und Teespezialitäten sowie ausgewählte Softdrinks. In den Kabinen und Suiten wird die Minibar täglich kostenfrei mit alkoholfreien Getränken aufgefüllt; Junior- und Grand-Suiten bieten darüber hinaus eine zusätzliche Auswahl.

Muss man für Zodiacfahrten besonders sportlich sein?

Eine normale Beweglichkeit und Trittsicherheit sind hilfreich. Die Crew unterstützt beim Ein- und Aussteigen. Bei Wet Landings steigt man im flachen Wasser aus; wasserfeste Kleidung und festes Schuhwerk beziehungsweise die bereitgestellten Gummistiefel sind dann wichtig. Hinweise der Crew haben immer Vorrang.

Wann ist die beste Reisezeit für eine Grönland-Kreuzfahrt?

Expeditionsreisen finden überwiegend im arktischen Sommer statt. Dann sind die Tage lang, viele Küstenbereiche zugänglich und je nach Region sind Fahrten im Licht der Mitternachtssonne möglich. Eis, Wetter und Tierbeobachtungen bleiben Naturereignisse und können nie garantiert werden.

Was macht Ilulissat so besonders?

Der Ilulissat-Eisfjord gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. Über ihn gelangt Eis des Sermeq Kujalleq in die Diskobucht. Die gewaltigen Eisberge, die Dynamik des Gletschers und die kulturelle Geschichte der Region machen Ilulissat zu einem der bekanntesten Naturziele Grönlands.