Unsere Kollegin Christiane aus dem Marketing hat ihren Urlaub in diesem Sommer auf der „brandneuen“ Azamara Onward verbracht und erzählt von ihren Eindrücken.

Das Schiff

Die Azamara Onward ist seit dem 02. Mai 2022 das neue Mitglied in der kleinen Flotte von Boutique-Schiffen von Azamara. Die Azamara Onward bietet knapp 700 Gästen Platz und war zuletzt als Pacific Princess auf den Weltmeeren unterwegs. Alle vier Schiffe von Azamara stammen ursprünglich aus der Flotte von Renaissance Cruises, die 2001 den Betrieb einstellen musste. Die „alte“ Bauweise ist ein Garant für viel Platz in den öffentlichen Bereichen, offene Decksfläche mit Blick auf´s Meer und für Kabinen, die nicht unbedingt zu den größten auf See gehören. Geschmackvoll, modern eingerichtet und mit viel Komfort versehen sind sie aber allemal. Und wer ein bisschen mehr Platz möchte, wird sich in den großzügigeren Suiten wohl fühlen. Außerdem punktet die Reederei durch wirklich erstklassigen und aufmerksamen Service und exzellente Küche in verschiedenen Restaurants.

Informationen zum Schiff

Tonnage: 30.277 BRZ
Länge / Breite / Tiefgang :180,00 m / 25,00 m / 6,00 m
Bordsprache: Englisch
Decks / Passagierdecks: 9 (davon Passagierdecks: 8)
Bauwerft: Chantiers de l’Atlantique, Saint-Nazaire
Baujahr: 1999

Die Kabine
  • Wir hatten eine Verandakabine auf Deck 7 (Nummer 7028). Die Kabine hat mit Balkon ca. 20 qm und ist in neutralen Farben eingerichtet. Das große Bett lässt sich in 2 Betten trennen und ist wirklich sehr bequem. Unter den Betten ist Platz genug, um die Koffer zu verstauen.
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Balkonkabine

 

  • Der Balkon ist mit ein Tisch und 2 Stühlen ausgestattet. Schön ist, dass der Tisch hoch und groß genug ist, um dort zu essen. Wir haben während der Reise mehrfach dort unser Frühstück genossen.

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  • Es gibt tatsächlich nur eine „europäische“ Steckdose in der gesamten Kabine, aber für das Aufladen von Handys oder anderen Geräten gibt es am Schreibtisch Möglichkeiten oder auch direkt in den Lampen am Bett (USB-Port).
  • Wasser in Flaschen wir jeden Tag in der Kabine zur Verfügung gestellt. Die Minibar ist mit einigen (im Reisepreis enthaltenen) Softgetränken bestückt und mit Wein und Bier (nicht im Reisepreis enthalten).
  • Die Kleiderschränke bieten meiner Meinungen nach ausreichend Stauraum auch für eine längere Reise. Außerdem gibt es noch etliche Schubladen. Im Schrank hängen viele Bügel und 2 kuschelige Bademäntel. Slipper und Regenschirm werden auch zur Verfügung gestellt. Die Schränke sind sicher noch nicht erneuert worden. Sie bestechen durch recht dunkles Holz und ein leicht altmodisches Flair. Insgesamt passen sie sich aber gut in die neugestaltet Kabine ein.
  • Neben dem Schreibtisch ist die Kabine mit einem kleinen Couchtisch und einem Sessel ausgestattet, der groß für eine Person, aber recht klein für 2 Personen ist. Das Konzept des Sessels hat sich mir nicht ganz erschlossen.
  • Das Bad ist der alten Bauweise des Schiffes entsprechend leider wirklich winzig mit wenig Stauraum. Wir mussten einige unserer mitgebrachten Kosmetika in den Schränken in der Kabine verstauen. Das Bad wurde insgesamt einer Renovierung unterzogen. Das Waschbecken ist aber sicher noch nicht ersetzt worden. Besonders winzig ist die Dusche und leider ist sie auch mit einem Duschvorhang versehen, der einem bei jeder Dusche am Körper klebt. Wer ein größeres Bad mit einer gläsernen Duschwand wünscht, dem empfehle ich eine Suite zu buchen. Die Bäder in den Suiten sind alle komplett renoviert und auch das „Duschvorhangproblem“ ist dort eben nicht mehr vorhanden. (Die Suiten sind überhaupt alle komplett renoviert. Dort findet man also auch keine alten Schränke mehr …)

Insgesamt hat uns unsere Balkonkabine wirklich sehr gut gefallen und der Kabinenservice durch unseren Steward war einwandfrei und freundlich. Auch der Frühstücksservice hat super geklappt und uns manchen Start in den Morgen versüßt.

Renovierungen

Ein älteres Schiff hat für mich oft den Vorteil, noch etwas mehr Charme mitzubringen, als viele Neubauten. Das ist auch im Fall der Azamara Onward mein Eindruck. Natürlich ist das Schiff vor der Übernahme durch Azamara renoviert worden; aber an vielen Stellen sieht man eben doch noch Altes durchblitzen. Ein Messinggeländer im Treppenhaus und mit dunklem Holz vertäfelte Wände zum Beispiel, die man so heute nicht mehr gestalten würde. Für mich allerdings kein Minuspunkt.

Allerdings sind gewisse Bereiche eben offensichtlich noch nicht renoviert worden, wie zum Beispiel die Toiletten auf den Decks. Und bei genauem Hinsehen sieht man schon auch noch das eine oder andere Möbelstück oder einen „abgeschrabbelten“ Tisch in den öffentlichen Bereichen. Auch die Schränke in unserer Kabine waren noch die alten. (Die Suiten sind aber komplett renoviert.) Vermutlich werden auch diese Dinge nach und nach noch ersetzt. Für uns waren das aber eher Kleinigkeiten, die unser Reisevergnügen nicht gestört haben.

Die Route

Reise vom 27. August bis 08. September 2022

Ravenna/Italien – Kroatien: Zadar ­- Sibenik ­- Dubrovnik  – Kotor/Montenegro –  Seetag  – Italien: Amalfi – Sorrent – Civitavecchia, Rom – Livorno, Florenz oder Pisa – Monte Carlo/Monaco über Nacht – Barcelona/Spanien

Die Einschiffung

Für die Einschiffung in Ravenna mussten wir uns im Vorfeld für eine bestimmte Uhrzeit entscheiden und so verlief dann alles auch ohne längeres Warten und reibungslos. Für die Einschiffung benötigten wir lediglich unsere Ausweispapiere, die Reisedokumente und den Nachweis einer gültigen COVID 19-Impfung.

Ravenna wird von einigen Reedereien als Alternativhafen zu Venedig genutzt, nachdem dort Restriktionen für Kreuzfahrtschiffe in Kraft getreten sind. Wir sind mit dem Flugzeug nach Bologna gereist und haben dort die Gelegenheit für einen mehrtägigen Aufenthalt genutzt, bevor wir am Tag vor der Einschiffung mit dem Zug von Trenitalia von Bologna nach Ravenna gereist sind. Der Zug braucht etwa eine Stunde und wir haben die Fahrt bequem vorab im Internet gebucht.

Ab 2023 wird es wieder Venedig-Abfahrten von Azamara Cruises geben (zumindest ganz in der Nähe von Venedig). Die Reederei konnte eine Vereinbarung mit den Städten Fusina und Chioggia treffen.

In diesen beiden Städten können nur kleinere Schiffe anlegen. In unter 30 Minuten kommen Gäste mit der Fähre über die Südlagune von Fusina ins pulsierende Zentrum von Venedig. Chioggia ist auch bekannt als „Kleines Venedig“. Diese charmante Stadt bietet romantische Kanäle, historische Kirchen, wunderschöne Sandstrände und unentdeckte Landschaften.

Seenotrettungsübung

Die obligatorische Seenotrettungsübung fand ganz unkompliziert statt. Wir konnten uns einfach jederzeit nach unserer Einschiffung an unserer „Muster Station“ einfinden (das war in unserem Fall die Cabaret Lounge). Dort wurde gewartet, bis sich eine kleine Gruppe an Reisenden gesammelt hat und ein Crew-Mitglied hat uns mit den nötigen Informationen vertraut gemacht. Das war´s. Kein unnötiges Anstehen aller Passagiere, die vorher mit ihren Rettungswesten das Treppenhaus verstopfen, kein zigfaches Aufrufen der Kabinennummern. Schnell und unkompliziert, dann konnte der Urlaub beginnen.

Restaurants

Da wir recht spät am Nachmittag eingeschifft und neben der Absolvierung der Seenotrettungsübung dann natürlich auch unsere Koffer ausgepackt und das Schiff erkundet haben, war nun langsam schon Zeit für`s Abendessen.

Am ersten Abend haben wir uns für das Büffet-Restaurant „Windows Café“ entschieden. Die Auswahl dort war frisch und lecker und der Service aufmerksam. Immer noch nicht auf jedem Schiff selbstverständlich und für mich deshalb erwähnenswert ist, dass es immer auch eine gute Auswahl an vegetarischen oder sogar veganen Gerichten gab. Auch schon zum Frühstück. Grundsätzlich kann man im Windows Café morgens, mittags und abends vom Büfett speisen. Manchmal gibt es aber „Themenabende“, an denen dann auch im Windows Café ein Menü serviert wird. Besonders gefallen hat uns, dass man in dem Restaurant am Heck des Schiffes auch schön draußen sitzen kann.

Im Laufe der Reise haben wir mehrfach sowohl im Hauptrestaurant „Discoveries“ als auch in den beiden aufzahlungspflichtigen Restaurants „Aqualina“ (mediterane Küche) und im Steakhaus „Prime C“ gegessen. In jedem Restaurant war das Essen wirklich gut bis sehr gut und der Service ausgesprochen aufmerksam. Im „Discoveries“ kann es am Abend schon mal recht laut werden, wenn fast alle Tische besetzt sind. Das ist aber im Grunde das einzige, das uns negativ aufgefallen ist. Im „Discoveries“ Restaurant kann man auch frühstücken. In den beiden Spezialitätenrestaurants haben wir uns besonders wohl gefühlt und ausgezeichnet gegessen. Auch die Weinempfehlungen waren hervorragend.

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Prime C Steakrestaurant

Auf dem Pooldeck kann man mittags und abends im „The Patio“ leger am Poolgrill speisen. Außerdem gibt es dort ein eine frozen yoghurt-Station (Swirl & Top) zur Selbstbedienung. Tatsachlich haben wir es die ganze Reise über nicht einmal geschafft, dort zu essen. Das lag in unserem Fall aber auch eher daran, dass wir nicht so verrückt auf Hamburger, Hot Dogs und Co. sind. Es sah aber auch dort alles sehr ansprechend aus.

Nachmittags und am Abend (auch Spätabends) gibt es im „Living Room“ und im „Mosaic Café“ kleine Snacks in süß oder herzhaft.

Für Kaffeeliebhaber ist das Mosaic Café an Bord ein sehr beliebter Anlaufpunkt. Besonders nach dem Frühstück kamen viele Gäste noch hierher, um sich mit einem Cappuccino oder einer anderen Kaffeespezialität zu versorgen. (Der Kaffee schmeckt aus einer Siebträgermaschine eben doch besser, als aus dem „Auf-Knopfdruck-Automaten“, den es zum Beispiel im Windows Café gibt.) Außerdem gibt es hier auch süße und herzhafte Snacks zum Kaffee.

Im Reisepreis enthalten ist eine, wie ich finde, recht große Auswahl an alkoholfreien Getränken, Weinen, Bieren und Spirituosen. Wir haben uns gelegentlich eine aufpreispflichtige Flasche Wein oder einen Cocktail gegönnt. Aber im Grunde fanden wir die Auswahl an enthaltenen Getränken ausreichend. Was uns nicht so gut gefallen hat, war die Auswahl an im Reisepreis enthaltenen Weinen (Rot, Weiß- und Roséwein) auf dieser Reise. Die Auswahl beschränkte sich während der gesamten Reise auf wenige und immer dieselben Weine. Mitreisende Azamara-Kenner haben uns aber erzählt, dass das sonst nicht der Fall ist, sondern das auch destinationsabhängig immer eine täglich wechselnde Auswahl angeboten wird. Warum das in diesem Fall nicht so war, kann ich leider nicht sagen. Allerdings ist das nicht nur uns, sondern auch vielen Mitreisenden negativ aufgefallen.

Unsere Highlights
  • Ein Highlight auf jeder Reise ist die „White Night“-Party, die auf dem Pooldeck stattfindet. Es gibt ein Büffet mit Live-Cooking und Grillstationen und Live-Musik von der „Hausband“. Auf unserer Reise fand die White Night in Monte Carlo statt. Eine tolle Kulisse, vor allem wenn es dunkel wird und die Lichter der Stadt überall angehen. Die Stimmung war sehr ausgelassen und es wurde viel getanzt.
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White Night in Monte Carlo
  • Eine weitere Besonderheit auf jeder Reise mit der Azamara-Flotte (außer auf Transatlantik-Kreuzfahrten) ist der „AzAmazing Evening“. Auf unserer Kreuzfahrt gab es auf dem Pooldeck eine sehr mitreißende Performance von der kroatischen Cellistin Ana Rucner. Sie hat nicht nur fantastisch gespielt, sondern uns auch mit viel Herzblut ihre kroatische Heimat näher gebracht. Für gewöhnlich finden diese Events außerhalb des Schiffes in einer oft besonderen Location statt. Coronabedingt dieses Mal auf dem Schiff. Das hat dem tollen Abend aber keinen Abbruch getan.
  • Unsere Lieblingsbar an Bord war die „Atlas-Bar“, die es bisher nur auf der Azamara Onward gibt. Dort werden außergewöhnliche Cocktails mit teilweise handgemachten Ingredienzien angeboten. Ich hatte zum Beispiel einen Cocktail mit Chili, der echt scharf aber auch sehr lecker war. Die Cocktails in der Atlas Bar sind nicht im Reisepreis enthalten und kosten knapp 18 USD pro Glas. Wer gerne diese exotischen Cocktails trinkt, sollte eventuell das Ultimate Getränkepaket buchen. Für knapp 24 USD pro Person und Tag sind dann auch die Cocktails in der Atlas Bar enthalten.
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Atlas Bar
  • Wirklich toll ist auch, dass die Azamara Onward wo auch immer es möglich ist, direkt im Hafen ankert oder ansonsten ein im Reisepreis enthaltener Shuttleservice angeboten wird. (Ein Schiff von P&O Cruises hat uns einen Teil der Reise „begleitet“. Und ich hab mich immer gefreut, wenn wir an ihnen „vorbeizogen“ und direkt in den Hafen gefahren sind, während das große Schiff recht weit außerhalb ankern musste.) So kann man sehr bequem die angelaufenen Ziele erkunden und die oft langen Liegezeiten optimal ausnutzen.
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Azamara Onward in Kotor/Montenegro
  • Mein Lieblingsplatz an Bord ist der „Living Room“. Ganz oben vorne mit dem besten Blick beim Ein- und Auslaufen, Live-Musik am Abend, eine Ecke mit Spielen und einem bequemen Sessel, um einfach mal in Ruhe ein Buch zu lesen.
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Lieblingsplatz mit Aussicht im Living Room
  • Ein eher ungewöhnliches Highlight des Schiffes ist der Selbstservice-Waschsalon. Es gibt nicht mehr viele Schiffe, auf denen das angeboten wird. Auf der Azamara Onward liegt der Waschsalon auf Deck 7 und war somit in der Nähe unserer Kabine. Und so hatten wir häufiger im Vorbeigehen die Gelegenheit, die ausgelassene Stimmung dort mitzubekommen. Offensichtlich ein sehr guter Ort nicht nur für die Wäsche, sondern auch für ein Schwätzchen …
Fazit

Wir hatten einen sehr schönen Urlaub auf einem charmanten Schiff mit sehr gutem Service und leckerem Essen. Die Route war toll, das Wetter perfekt. Wir kommen gerne wieder!

 

Tipp Bologna

Wenn Sie ab oder bis Ravenna reisen, lohnt es sich auf jeden Fall, einige Tage in Bologna zu verbringen. Die Stadt mit knapp 400.000 Einwohnern gilt als eine der schönsten mittelalterlichen Städte in Italien. Die meisten Sehenswürdigkeiten wie die Türme Torre Garisenda und Torre degli Asinelli, die Basilika San Petronio und den Piazza Maggiore mit seinen umliegenden Palazzi sind gut zu Fuß zu erkunden. Das macht wegen der Arkaden, die den gesamten Innenstadtbereich verbinden auch dann Spaß, wenn es sehr warm ist (wie es bei uns der Fall war) oder wenn es regnet.

Bologna trägt den Beinamen „La Grassa“die Fette, und das ist sicher der reichen und gehaltvollen kulinarischen Auswahl der Stadt geschuldet. Bologna ist die Heimat der Tortellini, der Tagliatelle (al ragú, das kommt am ehesten dem Nahe, was wir als Pasta Bolognese kennen), von Mortadella, Salami, Schinken, Parmesan und so vielem mehr. Hier schlägt das Herz eines jeden Genießers höher.

Neben den unzähligen Restaurants und Cafés lässt einen ein Bummel über den Mercato delle Erbe, einem überdachtem Markt, das Wasser im Mund zusammenlaufen. Hier kann man nicht nur Obst, Gemüse, Pasta etc. einkaufen, im Food Court des Marktes gibt es auch direkt etwas zu essen.

Mein Restaurant-Geheimtipp in Bologna ist das Restaurant Ciacco. Wir sind eher zufällig über das Restaurant mit seiner kleinen und unspektakulären Terrasse in eine Art Hinterhof „gestolpert“. Mir war sehr warm, ich wollte was trinken und sah auf einer (wie gesagt eher unspektakulären) Terrasse zwei Männer sitzen, die offenbar Mittagspause machten. Sonst war da niemand. Aber ich dachte „für ein Getränk wird´s okay sein“. Weit gefehlt, denn tatsächlich gehörte diese Terrasse zu einem wirklich guten Restaurant, das auf Fisch und Seafood spezialisiert ist. Der Kellner sprach sehr gutes Englisch und hat uns dann zu einem 3-gängigen Mittagessen mit Wein und Aperitif verführt. Und nichts davon habe ich bereut. Wir haben sehr köstlich gegessen und getrunken und wären gerne abends an einem anderen Tag noch einmal wiedergekommen. Aber leider waren die Tische in den nächsten Tagen alle schon reserviert.