Machen Sie in diesem Jahr auch Urlaub in Deutschland? Wie wäre es dann mal mit einem Besuch in Hamburg? Die „Perle an der Elbe“ lohnt sich nicht nur als Ein- und Ausstiegshafen für eine Kreuzfahrt, sondern hat auch für einen kurzen (oder etwas längeren) Urlaubstrip vieles zu bieten. Zum Beispiel:

Der Hafen

Der Hamburger Hafen existiert bereits seit 1189. In diesem Jahr sicherte Kaiser Friedrich Barbarossa den Hamburgern in einem Freibrief das Privileg der zollfreien Fahrt auf der Unterelbe bis zur Nordsee. Der Hafen gewann 1321 an Bedeutung, als Hamburg der Hanse beitrat. Die Hanse war ein Zusammenschluss von Kaufleuten zur Förderung ihres Handels im Ausland. Daraus entstand ein Städtebund, dem in seiner Blütezeit nahezu 200 See- und Binnenstädte angehörten.

Die zur Hanse gehörenden Kaufleute wurden oft schwerreich, nicht zuletzt durch den Handel mit Gewürzen, bei denen die Gewinnspanne enorm war. Pfeffer war so kostbar, dass er sogar mit Gold aufgewogen wurde. Die durch den Handel mit Pfeffer reich gewordenen Kaufleute nannte man deshalb „Pfeffersäcke“. Auf den Spuren eines solchen „Pfeffersacks“, des ehrenwerten Kaufmanns Jacob Lange, wandeln Sie auf unterhaltsame Weise mit Pepper Tours. So macht Geschichte richtig Spaß.

Der Hamburger Hafen ist auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsmotor der Hansestadt. Er ist mit jährlich 145 Millionen Tonnen Gesamtumschlag der größte deutsche Universalhafen und auf jeden Fall sehenswert. Deshalb gibt es auch viele Möglichkeiten, ihn zu entdecken. Zum Beispiel per Schiff auf einer klassischen Hafenrundfahrt. Die meisten starten direkt an den Landungsbrücken und es gibt eine reiche Auswahl an Schiffstypen und „Reiserouten“. Kleiner Tipp: Nur die flachen Barkassen passen unter den Brücken durch, die in die Speicherstadt führen.

Eine günstigere Möglichkeit, den Hafen zu erkunden ist eine der Hafenfähren, die man mit einem Bus- oder Bahnticket nutzen kann. Am beliebtesten ist die Linie 62, die nach Finkenwerder und zurück fährt und an der Fischauktionshalle und dem Museumshaven Oevelgönne hält. Ein Ausstieg am Museumshafen ist Freunden von historischen Schiffen unbedingt zu empfehlen.

Ein weiterer Anlaufpunkt für historisch Interessierte ist der Sandtorhafen zwischen Hafencity und Speicherstadt. In diesem von der Stiftung Hamburg Maritim betriebenen Traditionsschiffhafen sehen Sie liebevoll gepflegte Wasserfahrzeuge und historische Hafenkräne. Hier können Sie auch Touren auf den historischen Schiffen unternehmen.

Eine ganz besondere Tour können Sie mit dem Amphibienfahrzeug „RiverBus“ erleben. Die etwa 70-minütige „Stadtkreuzfahrt“ ab der Hafencity führt zunächst durch die Speicherstadt und dann in östlicher Richtung zur Halbbinsel Entenwerder. Dort wird der Bus zum Schiff und schwimmt die Elbe flussaufwärts zur Billwerder Bucht und zum Holzhafen. Von Entenwerder geht es anschließend auf der Straße wieder zurück in die Hafencity.

„Zu Ehren Gottes, …

zum Besten des Reichs, zu Hamburgs Wohl!“ Das waren die Worte, mit denen Kaiser Wilhelm II. am 29. Oktober 1888 den ersten Abschnitt der Speicherstadt einweihte. Gebaut wurde die Speicherstadt, weil die Hamburgische Bürgerschaft beschloss, sich dem Zollgebiet des Deutschen Reiches anzuschließen. Als Konsequenz musste sie die Zollfreiheit, die bis dahin für das gesamte Stadtgebiet gegolten hatte, aufgeben. Lediglich das Freihafengebiet (also die heutige Speicherstadt) blieb zollfrei.

Die Speicherstadt ist das größte Lagerhausensemble der Welt und erstreckt sich auf rund 26 Hektar zwischen Baumwall und Oberhafen. Der Komplex wurde zwischen 1883 und dem Ende der 1920er Jahre auf tausenden Eichenpfählen gebaut und steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Das architektonisch und historisch besonders interessante Viertel besticht durch imposante Backsteinarchitektur und viele, viele Brücken. In den historischen Speichern lagerten früher Handelsgüter wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Tabak. Heute befindet sich dort das größte Orientteppichlager der Welt – es nimmt 20 Prozent der Gesamtfläche der Speicherstadt ein.

Seit Juli 2015 ist die Speicherstadt zusammen mit dem Kontorhausviertel inklusive Chilehaus Weltkulturerbe. Ein Bummel durch die Speicherstadt in der sich viele Restaurants, Cafés und Künstler niedergelassen haben lohnt. Und auch etliche Museen locken Besucher.

Zum Beispiel das

Speicherstadtmuseum, das interessante Details über Hamburgs einzigartiges Lagerhausviertel offenbart und die ursprüngliche Atmosphäre der historischen Speicherblöcke erlebbar macht.

Spicy’s Gewürzmuseum, das 900 Exponate aus den letzten fünf Jahrhunderten Gewürzgeschichte ausstellt. Anfassen und Riechen ist gewünscht.

Internationale Maritime Museum, das im ältesten noch erhaltenen Speichergebäude seine Heimat hat, nimmt Sie mit in 3.000 Jahre Schifffahrtsgeschichte.

Fast 10 Jahre

hat die Fertigstellung der Elbphilharmonie gedauert. 2017 wurde sie eröffnet und wurde schnell von einem viel belächelten „unnötigen“ Bauprojekt zu einem DER Wahrzeichen Hamburgs. Also sollte ein Besuch des liebevoll „Elphi“ genannten Konzerthauses bei Ihrem Hamburg Besuch nicht fehlen. Die „Elphi“ ist nur mit einer Führung zu besichtigen, aber auf die Plaza kommen Sie auch ohne Führung. Die Plaza ist eine öffentliche Aussichtsplattform von der aus Sie einen 360 Grad-Panoramablick auf die Stadt und den Hafen haben. Ein Ticket für die Plaza kostet 2 € und gerade zurzeit ist es empfehlenswert das Ticket vorab online zu buchen. Die Tickets für die Plaza und die Hausführungen können Sie direkt auf der Webseite der Elbphilharmonie buchen.

Am Schluss noch ein kleiner Tipp für Kreuzfahrtfans, die es gar nicht mehr erwarten können, wieder an Bord eines Luxusliners in See zu stechen: dank einer Kooperation von Hapag-Lloyd Cruises und dem Luxushotel The Fontenay können Sie in dem Hotel in einer Suite nächtigen, die ganz im Stil der EUROPA 2 eingerichtet ist.