Unser Kollegin Nadine durfte zusammen mit ihrem Mann auf Einladung von Cunard einige Tage an Bord der Queen Mary 2, dem Flaggschiff der Reederei und dem einzigen Schiff, das noch regelmäßig Atlantik-Überquerungen anbietet, erleben. Der Ocean Liner wurde für Transatlantiküberfahrten gebaut und war bei Ihrer Indienststellung das größte Passagierschiff der Welt.
Das Schiff Queen Mary 2
Tonnage: 151.800 BRZ
Länge / Breite / Tiefgang: 345 m / 41 m / 10 m
Geschwindigkeit: 28 Knoten
Passagiere: max. 2.691
Crew: 1.250
Baujahr 2004 / letzte Renovierung 2021
Bordsprache: Englisch
Deutschsprachiger Gästeservice: Deutschsprachige Hostess an Bord, deutsche Menükarten und Bordprogramme
Eine Besonderheit der Queen Mary 2 ist, dass auf Transatlantiküberfahrten Hunde und Katzen mitreisen dürfen (in einem eigenen Bereich). Inklusive einem eigenen Sonnendeck für Spaziergänge – mit einem New Yorker Hydranten und einem Liverpooler Laternenpfahl. Außerdem gibt es auf der Queen Mary 2 das einzige Planetarium auf See.
Nadine erzählt:
Die Kreuzfahrt
Die Kurz-Kreuzfahrt fand vom 15. bis 17. August 2025 statt. Wir sind in Southampton eingestiegen und in Hamburg haben wir ausgeschifft.
Anreise
Wir haben unsere Anreise nach London bewusst einen Tag früher geplant, um entspannt und ohne Zeitdruck anzukommen. Geflogen sind wir mit British Airways von Frankfurt nach London City Airport — eine sehr gute Entscheidung. Die Airline bot einen angenehmen Service (Getränke und Snacks inklusive), und der City Airport ist wirklich praktisch: Nur fünf Minuten nach der Landung waren wir bereits am Ausgang. Keine langen Wartezeiten bei der Kontrolle, kurze Wege im Flughafen — und schon nach rund 30 Minuten befanden wir uns mitten in der Stadt.
Nach einem kleinen Spaziergang zum London Eye und Big Ben ging es für uns ins Hotel. Das in fußläufiger Entfernung liegende Travelodge Waterloo. Das Hotel ist recht einfach und für Londoner Verhältnisse preisgünstig. Die zentrale Lage und die U-Bahn Station, die nur wenige hundert Meter entfernt ist (Waterloo) haben es für uns zu einem idealen Anlaufpunkt gemacht.
Southampton liegt ca. 130 km von London entfernt. Man kann bei Cunard einen bequemen Transfer zum Schiff buchen. (Wenn Sie Ihre Flüge über Cunard buchen, sind die Transfers zum und vom Flughafen übrigens im Preis enthalten.) Wir haben nach einer kostengünstigeren Option gesucht und uns für den Zug entschieden. Der Zug fährt ab London Waterloo Station bis nach Southampton Central und man ist in ungefähr 1,5 Stunden am Ziel. (Die Fahrt kostet ca. 12 Euro pro Person.) Der Bahnhof ist Southampton ist nicht weit entfernt von den Cruise Terminals (je nachdem an welchem Terminal Ihr Schiff liegt). Man kann die Strecke zu Fuß gehen (wir hatten nur Handgepäck, da war es kein Problem) oder eine kurze Taxifahrt unternehmen.
Kleiner Tipp von unserer Kollegin Christiane aus dem Marketing: „Southampton selbst hat auch einen Flughafen. Er wird zum Beispiel von KLM angeflogen. Das geht nicht ohne Zwischenstopp in Amsterdam. Aber die Gesamtreisezeit ist ähnlich der, die man hat, wenn man nach London fliegt und von dort aus dann nach Southampton reist. Wir haben uns den Weg über London gespart, als wir eine Kreuzfahrt in Southampton angetreten haben. Dafür haben wir zwei Nächte vor der Kreuzfahrt im Leonardo Royal Hotel Southampton Grand Harbour verbracht. Das Hotel liegt sehr günstig zu den Kreuzfahrt-Terminals (je nachdem, an welchem Terminal Ihr Schiff liegt …) und praktisch am Ende der Fußgängerzone. Wir würden dort wieder übernachten.“
Check-in
Erstaunlich schnell und unkompliziert verlief das Boarding. Nach der kurzen Nachfrage, ob wir das obligatorische Electronic Travel Authorization (ETA) für Großbritannien vorweisen konnten, wurde ein Foto aufgenommen und die Reisepässe kontrolliert. Anschließend folgte die Sicherheitskontrolle und innerhalb kurzer Zeit befanden wir uns bereits an Bord des Schiffes.
Die Kabine
Unsere Kabine der Kategorie BV (Balkonkabine 4037 mit Balkonwand aus Stahl) bot 18 m² Wohnfläche plus 5 m² Balkon und war eher klassisch eingerichtet. Die Farbgestaltung in Braun-Beige mit blauen Akzenten wirkte angenehm warm. Besonders schön fanden wir die Zierkissen mit goldener Paspelierung und Stickerei – ein kleines Detail, das sofort Luxusflair aufkommen ließ. Die Betten waren, wie man es von Cunard erwartet, äußerst bequem – wir haben geschlafen wie Murmeltiere.
Der Fernseher war zwar relativ klein, bot jedoch deutsche Filme (dank der hohen Zahl deutschsprachiger Passagiere). Eine nette Aufmerksamkeit war der kleine bereitgestellte Sekt, perfekt, um beim Auslaufen anzustoßen. Außerdem gab es eine Minibar (gegen Gebühr) mit Spirituosen und Softdrinks wie Coca-Cola. Ein Wasserkocher stand ebenfalls zur Verfügung – so konnte man sich bereits in der Kabine den ersten Kaffee oder Tee zubereiten, auch wenn wir ihn selbst nicht genutzt haben. Praktisch ist außerdem der 24-Stunden-Zimmerservice (nachts in etwas reduzierter Form).

Das Bad wirkte eher altmodisch: klein, in Creme gehalten und mit klassischer Ausstattung (Waschbecken, WC, Dusche mit Duschvorhang, kleines Eckregal). Es gab Spender mit Duschgel, Shampoo, Handseife und Lotion von Penhaligon, wobei leider nicht alle Spender einwandfrei funktionierten.
Leider mangelte es etwas an moderner Technik: nur eine Steckdosenleiste am Schreibtisch, keine am Bett, keine USB-Anschlüsse und auch keine deutschen Steckdosen – ein Adapter ist daher Pflicht. Die Verstaumöglichkeiten waren dagegen sehr gut und für eine Transreise absolut vorteilhaft.
Etwas vermisst habe ich einen Bademantel, der für mich auf einer Kreuzfahrt dazugehört. Slipper waren hingegen vorhanden, ebenso ein Safe.
Der Balkon war mit zwei Liegestühlen und einem kleinen Beistelltisch ausgestattet – ideal zum Entspannen.
Besonders positiv hervorzuheben war das deutschsprachige Tagesprogramm mit allen wichtigen Informationen zur Reise, das wir gleich bei unserer Ankunft in der Kabine vorfanden.
Anreisetag – Southampton
Nach dem Boarding konnten wir bereits gegen 13:30 Uhr in unsere Kabine und uns kurz frisch machen.
Anschließend zog es uns direkt ins Kings Court Buffetrestaurant zur ersten Stärkung. Besonders lecker war mein gemischter Salat und ein Burger mit Onion Rings und Pommes, bei dem man die Beilagen individuell wählen konnte. Mein Mann deckte sich mit Sushi ein. Auch der Nachtisch – ein Blaubeer-Buttercreme-Törtchen und Schoko-Softeis – war ein Highlight. Sehr angenehm war zudem unser Platz in einem Fenstererker, der nicht nur eine schöne Aussicht bot, sondern auch den Geräuschpegel angenehm dämpfte.
Hervorzuheben ist auch die Getränkestation: Da Getränke bei Cunard generell aufpreisig und nicht in meinen Augen nicht gerade günstig sind, ist die kostenlose Auswahl an Kaffee, Tee und Säften sehr willkommen. Uns haben die angebotenen Getränke durchweg gut geschmeckt .

Kurz darauf stand die obligatorische Seenotrettungsübung an.
Da wir nur 1,5 Tage an Bord hatten, nutzten wir danach die Zeit, um die Sonne auf Deck zu genießen – mit Golfspielen und Entspannen, da für die kommenden Tage schlechteres Wetter vorhergesagt war. Am Nachmittag begann die Sailaway-Party, musikalisch begleitet von der talentierten Band „Clique“, die das Auslaufen aus Southampton schwungvoll untermalte. Dabei fuhren wir auch an der Oceania Vista vorbei, die ebenfalls im Hafen lag. Mit einem Drink (Cider für 7,50 € und Tonic Water für 5 €) ließen wir es uns gut gehen.
Am Abend ging es ins Britannia Restaurant, das man unserer Meinung nach unbedingt erleben sollte. Das zweistöckige Restaurant ist klassisch-elegant gestaltet und erinnert ein wenig an die Titanic-Ära. Da wir im Vorfeld keine feste Tischzeit gewählt hatten, kamen wir jedoch zu einem ungünstigen Moment und mussten rund 30 Minuten anstehen. Das Warten fiel kaum ins Gewicht, da nebenan ein Streichquartett mit Musik für angenehme Unterhaltung sorgte. Später erfuhren wir, dass es mit dem digitalen Planer „My Voyage“ deutlich einfacher gewesen wäre: Dort kann man sich virtuell anmelden, bekommt eine Benachrichtigung, sobald ein Tisch frei ist, und kann außerdem andere Services nutzen (z. B. Reservierungen fürs Planetarium oder die Aktivierung der täglichen Gratis-Internetsurfstunde). Mein Menü bestand aus einem Caesar Salad, Lachs mit Kartoffeln und gebackenem Brokkoli. Der Nachtisch sagte uns beiden nicht zu, daher ließen wir ihn ausfallen.

Im Anschluss unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang über das Schiff, bevor die Show der „The Overtures“ begann. Besonders sehenswert fanden wir auch die Ausstellung „Maritime Quest“ zur Geschichte von Cunard an Bord, die wir uns nicht entgehen ließen.
Den Abend ließen wir entspannt mit einer Partie Schach ausklingen, bevor wir in die Kabine zurückkehrten – wo wir noch schnell unser erstes Kabinen-Frühstück für den nächsten Morgen bestellten.
1.Tag – Seetag
Der Tag begann für mich bereits um fünf Uhr. So hatte ich die Gelegenheit, die öffentlichen Räume noch menschenleer für unsere Social-Media-Kanäle festzuhalten. Währenddessen wurde das Frühstück in die Kabine gebracht, das ich allerdings erst später genießen konnte – inzwischen kalt, aber dennoch wohlschmeckend: koffeinfreier Kaffee, Grapefruitsaft, Croissant und Joghurt.
Anschließend zog es uns noch einmal in den Kings Court, um das klassische Frühstück zu probieren: Omelette, Hash Browns, knuspriger Bacon und – unverzichtbar – eine zweite Tasse Kaffee. Frisches Obst durfte natürlich nicht fehlen.
Um 11 Uhr ging es ins Theater, wo Stefan Aust und Peer Steinbrück im Rahmen des Insights-Programms einen lebendigen Polit-Talk boten und sich den Fragen des Publikums stellten.
Am Nachmittag besuchten wir den traditionelle Afternoon Tea im Queens Room. Es war leider recht laut und überfüllt. Selbst das feine Spiel des Streichquartetts ging beinahe im Klirren des Geschirrs und im Stimmengewirr unter – eine etwas enttäuschende Erfahrung. Da ohnehin um 16 Uhr unser Planetariumsbesuch anstand, hielten wir den Tee kurz.
Das Planetarium hingegen war ein echtes Highlight. In kleiner Runde saßen wir unter der gewölbten Kuppel und erlebten eine eindrucksvolle Reise durch das Weltall bis hin zur Erde. Eine einzigartige Attraktion der Queen Mary 2, die man sich nicht entgehen lassen sollte – selbst wenn man kein ausgesprochener Astronomie-Fan ist.
Wir verweilten danach im Commodore Club, bis ein weiteres Highlight anstand. Der Abend stand schließlich ganz im Zeichen der Eleganz: Gala-Abend. Fast alle Herren erschienen in Anzug mit Fliege oder Krawatte, die Damen in festlichen Roben und Cocktailkleidern. Im Britannia Restaurant entschied ich mich erneut für Lachs, mein Mann für Lamm – beides perfekt zubereitet und köstlich. Als Dessert wählte ich ein Baked Alaska mit Kirschen.

Nach einem kurzen Abstecher in den Queens Room setzten wir den Abend fort mit der Show Let’s Dance im Royal Court Theatre und ließen ihn schließlich im Golden Lion Pub bei Cider und Bier ausklingen.

Tag 3 – Ausschiffung in Hamburg
Heute hieß es erneut Abschied nehmen. Nach den letzten Fotos und Videos – die Einfahrt in die Elbe am Morgen war wie immer ein besonderes Highlight – zogen wir uns zum Frühstück ins ruhige Britannia Restaurant zurück. Ich wählte ein Omelette mit Käse, das allerdings leider verwechselt wurde. Mein Mann hingegen konnte sein köstliches Lachs-Omelette mit frischen Früchten und einem Espresso genießen. Anschließend hieß es, die kleinen Koffer aus der Kabine bereitzustellen.
In Hamburg-Steinwerder legten wir schließlich an. Da bis zur Zugabfahrt noch rund zwei Stunden verblieben, nahmen wir den Bus und die S-Bahn zum Hauptbahnhof. Und wie so oft gönnten wir uns zuvor noch eine kleine Stärkung an den Landungsbrücken. Ohne dort ein Fischbrötchen gegessen zu haben, verlasse ich Hamburg grundsätzlich nicht.
Meine Gedanken zu einer Kreuzfahrt mit der Queen Mary 2
- Mittlerweile kann ich auf einige Kreuzfahrten zurückblicken – doch keine bot den besonderen Flair und die unvergleichliche Atmosphäre wie die Queen Mary 2. Alles ist sehr klassisch gestaltet und erinnert an die großen Ocean Liner vergangener Zeiten.
- Wer Wert auf elegante Kleidung legt, kann dies auf der Queen Mary 2 besonders ausleben. Im Vergleich zu anderen Reedereien gibt es hier deutlich mehr Gala-Abende. Und die Passagiere haben viel Freude daran, diese zu zelebrieren …
- Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass der Spa-Bereich nicht im Reisepreis enthalten ist. Fremd ist mir persönlich auch der Gedanke der „Zweiklassengesellschaft“ die sich an Bord in der Form darstellt, dass beispielsweise die Princess- und Queen-Restaurants ausschließlich den Gästen der Suiten vorbehalten sind.
- Der Service war insgesamt in Ordnung, bot jedoch an einigen Stellen noch Potenzial für kleine Verbesserungen – vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass es sich lediglich um eine Kurzreise handelte. Alles in allem war es jedoch eine wunderbare und rundum gelungene Reise.
- Ein Highlight: Findet Homer. Mittlerweile wissen viele, das sich irgendwo auf dem Schiff ein Abbild von Homer Simpson versteckt hat. Aber selbst wenn man ungefähr weiß, wo er ist, macht es wirklich Spaß, ihn zu suchen. Kleiner Tipp: Schauen Sie sich die großen Relief-Tafeln im Gang zur Grand Lobby einmal genauer an. Speziell die mit den Amerika-Motiven …
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